Frei werdender Flügel der Friedrich-Wöhler-Schule wird neuer Standort

Musikschule wird sesshaft

Künftig Standort der Musikschule: Bislang wurde der Gebäudeflügel an der Tischbeinstraße von der Friedrich- Wöhler-Schule genutzt. Dort läuft der Haupt- und Realschulzweig aber aus. Fotos: Rudolph

Kassel. Die Wanderjahre der Musikschule sind vorbei. Künftig wird der Verein seinen Sitz und einen Schwerpunkt des Unterrichts in einen frei werdenden Flügel der Friedrich-Wöhler-Schule verlegen.

Wie berichtet, läuft dort bis 2014 der Haupt- und Realschulzweig aus, sodass für den zur Tischbeinstraße hin gelegenen Gebäudeteil eine neue Nutzung möglich wird.

Dr. Hans Gädeke

Das kommt der Musikschule wie gerufen, die seit Jahren nach einem neuen, festen Standort sucht - auch, weil die Schülerzahlen deutlich gestiegen sind. Im Oktober vorigen Jahres hatte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat aufgefordert, geeignete Räumlichkeiten in zentraler Lage für die Musikschule zu suchen. „Wir haben eine gute Lösung gefunden, mit der zugleich das wunderbare altehrwürdige Gebäude der Friedrich-Wöhler-Schule auch künftig mit Leben gefüllt sein wird“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Schon jetzt arbeitet die Musikschule mit der Friedrich-Wöhler-Schule zusammen und bietet in dem Gebäudeflügel an der Tischbeinstraße Musikwerkstätten mit den Schülern sowie Instrumentalunterricht an. Nach einem Umbau des alten Haupt- und Realschulbereichs, der für Sommer 2012 vorgesehen ist, soll die von einem Verein getragene Einrichtung nach und nach das etwa 500 Quadratmeter große Gebäude beziehen. Die Stadt hat in den Haushaltsentwürfen für 2012 und 2013 je 150 000 Euro für die Umbauarbeiten eingeplant.

Derzeit findet der Unterricht der Musikschule an mehr als 30 Schulstandorten und im Dock4 statt. Weil die bislang genutzten Räume in der Musikakademie nicht mehr zur Verfügung stünden und es zudem durch die Ausweitung des Ganztagsangebots an Schulen zunehmend schwer werde, dort nachmittags noch Platz zu finden, sei man sehr glücklich über das Gebäude an der Tischbeinstraße, sagte Dr. Hans Gädeke, Vorsitzender des Musikschul-Trägervereins.

Oft werde die Frage gestellt: „Wo ist denn eigentlich die Musikschule?“ Bisher gab es darauf keine eindeutige Antwort. Künftig eine zentrale Anlaufstelle für Eltern und Schüler zu haben, sei daher ein großer Gewinn, sagte Gädeke. Dennoch werde die Musikschule auch das dezentrale Angebot weiter aufrechterhalten und an so vielen Schulen wie möglich präsent bleiben.

Inge Schüler, Leiterin der Friedrich-Wöhler-Schule, freut sich über den neuen Untermieter im Gebäude. „Das wird für alle eine gute Zusammenarbeit und eine Bereicherung für die Kinder“, sagte sie mit Blick auf die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre, in denen die Musikschule bereits an der Schule aktiv war.

Auch ein akustisches Argument spricht für den künftigen Standort der Musikschule, sagte deren Leiter Rolf Herbertz mit einem Augenzwinkern: „Hier gibt es dicke Wände.“

Von Katja Rudolph

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.