CDU muss draußen bleiben

Unter der Führung von OB Hilgen Stadt sucht Spitzenpersonal für ihre Konzerne

Kassel. Zuerst ist Bertram Hilgen (SPD) Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Doch derzeit dürfte er sich mehr vorkommen wie ein Konzernlenker. Als Vorsitzender von Aufsichtsräten ist Hilgen schwer damit beschäftigt, die richtigen Vorstandsvorsitzenden für zwei große Konzerne der Stadt Kassel zu finden.

Dazu haben die Aufsichtsgremien jetzt Kommissionen und Ausschüsse beim Klinik-Konzern Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) und der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) gebildet. Neben Vertretern der Arbeitnehmer und Hilgen als Aufsichtsratschef sind darin hauptamtliche Mitglieder des Magistrats vertreten. Bei der GNH sind das Gesundheitsdezernentin Anne Janz (Grüne) und Landrat Uwe Schmidt (SPD), weil auch der Kreis GNH-Anteile hat. Der Findungskommission gehören Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) und Christof Nolda (Grüne) als Verkehrsdezernent an. Beratendes Mitglied ist Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstand des Stadtwerke-Konsortiums Thüga, das 24,9 Prozent der Anteile an den Städtischen Werken Kassel hält.

CDU außen vor

Außen vor bleibt bei der Personalsuche die CDU, was deren Aufsichtsratsmitglieder Bernd-Peter Doose, Dominique Kalb und Ex-OB Georg Lewandowski jetzt in einem Brief an Hilgen beklagt haben.

Doch der Oberbürgermeister verteidigt die Zusammensetzung der Gremien. Wenn die CDU als nur drittgrößte Fraktion im Stadtparlament mitreden wolle, beanspruchten die beiden größeren Fraktionen von SPD und Grünen erst recht einen Sitz. Schnell wachse die Kommission dann auf ein Dutzend oder mehr Mitglieder. Arbeitsfähig sei sie dann jedoch nicht mehr. „Wir besetzen die Gremien nach Funktion“, sagte Hilgen. Deswegen seien neben ihm die entsprechend zuständigen Dezernenten vertreten. Aber Hilgen hat der CDU-Fraktion zugesichert, sie vertraulich über den Stand des Verfahrens zu informieren. Zudem müssen die neuen Vorstandsvorsitzenden von den Aufsichtsräten bestimmt werden.

Namen von Personen, die als Vorstandschefs von GNH und KVV infrage kommen, sind übrigens noch nicht im Gespräch. Hilgen, der als GNH-Aufsichtsratschef kürzlich den glücklosen Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) abgelöst hat, fängt gerade erst an, sich einzuarbeiten.

Als „völlig offen“ bezeichnete der Oberbürgermeister den Stand des Verfahrens im Gespräch mit der HNA. Er sei in keiner Richtung voreingenommen. Gesucht würden die besten Lösungen für die beiden Unternehmen mit vielen Tausend Beschäftigten.

Gerade beim Klinik-Konzern GNH drängt allmählich die Zeit. Der Vertrag von Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer endet in knapp einem halben Jahr (Ende März 2015). Im Aufsichtsrat hatte es für eine Vertragsverlängerung keine Mehrheit gegeben.

Etwas mehr Zeit bleibt noch, um einen Nachfolger für KVV-Vorstandschef Andreas Helbig zu finden. Er geht Ende Dezember 2015 in den Ruhestand.

Von Claas Michaelis

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