Tod von Christine R. aus Kassel: Mann in Mainz vor Gericht

Kassel / Mainz. Vor dem Landgericht Mainz wird ein Fall verhandelt, den auch viele Menschen aus Kassel aufmerksam verfolgen: Angeklagt ist ein Mann, der im August vorigen Jahres die 30-jährige Christine R. getötet haben soll.

Die junge Frau hat ihre Wurzeln in Kassel, ihre Eltern leben noch hier. Vor der Entdeckung ihrer Leiche war sie mehrere Tage lang vermisst worden, über das Internet hatten sich auch Kasseler an der Suche nach ihr beteiligt.

Die Allgemeine Zeitung aus Mainz berichtet, dass Freunde und Bekannte von Christine R. jetzt im Zuschauerraum des Gerichtssaals die Verhandlung verfolgen. Am ersten Prozesstag hätten sie dem Angeklagten ein großes Foto von „Tine“ entgegengehalten.

Der 32-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Nach der Entdeckung der Leiche in seiner Wohnung im August 2011 hatte die Polizei berichtet, die beiden hätten sich an einem Freitagabend in einem Lokal an der Mainzer Zanggasse kennen gelernt und seien einige Stunden später in die Wohnung von Jörg S. gegangen. Der jetzt Angeklagte war in den Morgenstunden noch einmal in der Bar aufgetaucht. Zu diesem Zeitpunkt war Christine R. vermutlich schon tot.

Am Samstag hatte der Freund, mit dem die junge Frau gemeinsam nach Mainz gezogen war, diese als vermisst gemeldet. Nach Hinweisen von Zeugen hatte die Polizei die Leiche einige Tage später in der Wohnung entdeckt. Tatwaffe war offenbar ein Messer.

Jörg S. war zu diesem Zeitpunkt untergetaucht, er stellte sich später der Polizei. Am ersten Prozesstag hatte der mutmaßliche Täter zunächst die Aussage verweigert. Am zweiten Verhandlungstag habe er sich dann einen Satz abgerungen: „Ich räume den Vorwurf ein und möchte nichts weiter dazu sagen“, so zitiert ihn der Gerichtsreporter der Allgemeinen Zeitung.

Zwei Polizisten, denen Jörg S. sich gestellt hatte, habe er gesagt: "Ich kann euch so viel sagen - ich war dabei voll auf Droge." Als der Richter am Ende des zweiten Verhandlungstages fragte, ob das ein Schuldeingeständnis sei, habe der Angeklagte stumm genickt.

Der Prozess gegen Jörg S. wird am 4. Mai fortgesetzt. Dann soll auch ein Mithäftling aussagen, dem sich der Angeklagte während seiner Untersuchungshaft anvertraut haben soll. (hai)

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