Aus Kassel und Vellmar

Jeder Tag ein Muttertag: Diese Familie hält in fünf Generationen fest zusammen

Fünf Töchter und vier Mütter halten fest zusammen: Nesthäkchen Rosalia (1,5 Jahre) mit Mutter Aline Kilmer (30), deren Mutt er Arlette Biedermann (52) mit ihrer Mutter Rinette Schweinsberg (70) und ihrer Mutter sowie Ururoma Clarice (90). Foto: Maelene Lindgren

Sie treffen sich mehrmals die Woche und gehen gern spazieren: Wir stellen eine Familie mit fünf Töchtern und vier Müttern aus der Region Kassel vor.

Vor 70 Jahren erlebte die 90-jährige Clarice ihren ersten Muttertag als Mutter: Tochter Rinette Schweinsberg wurde geboren. Dass sie am morgigen Sonntag Muttertag mit fünf Generationen Frauen in ihrer Familie feiert, hätte sie sich damals nicht träumen lassen. Vor 68 Jahren ist die gebürtige Nordengländerin nach Deutschland gekommen, da ihr Mann Deutscher war.

Tochter Rinette bekam mit 19 Jahren ihre Tochter Arlette. Diese wurde mit 22 Jahren Mutter von Tochter Aline, die heute Mutter von der 16 Monate alten Rosalia ist.

„Sie ist unser Highlight“, lacht die Familie, die einträchtig auf dem großen grünen Sofa im Haus von Aline sitzt. Das Nesthäkchen, Rosalia, spielt mit Bauklötzen, während die Erwachsenen sich unterhalten. Plötzlich brummt sie. „Das macht sie immer, wenn sie sich wohlfühlt“, sagt Mutter Aline. Sich miteinander wohlfühlen – das trifft auf alle fünf Frauen der Familie zu.

Obwohl sie nicht zusammen wohnen, „haben wir jeden Tag Kontakt“, erzählt Arlette Biedermann. Mehrmals die Woche treffen sie sich - auch die Männer sind dabei. „Wir gehen gerne spazieren“, sagt Ururoma Clarice. „Mein Lebensmotto ist: Laufen, lesen und möglichst viel lachen.“ Die Vorliebe zum Spazieren gehen habe sie an ihre Kinder und Enkel vererbt: Bis vor ein paar Jahren haben sie in verschiedenen Urlauben gemeinsam Cornwall in England erkundet. „Die ganze Küste sind wir abgewandert“, sagt die Familie und strahlt.

Auch auf den Kanaren waren sie schon zusammen, und gerade sind die Frauen von einem Urlaub aus Mallorca zurückgekehrt. Hier hat Arlette mit ihrer Tochter Aline sogar mal zweieinhalb Jahre gelebt. „Wir haben dann aber die Familie vermisst und besonders Nanan.“ Nanan, das ist der englische Spitzname von Ururoma, Uroma, Oma und Mutter Clarice. „Muttersein und Familie, das bedeutet für uns, sich immer aufeinander verlassen zu können“, sagt Arlette. Aline ergänzt, sie habe niemals das Gefühl alleine zu sein. „Und mir wird auch nie langweilig“, merkt die 90-jährige Clarice an.

Bis vor einiger Zeit hat Aline in Lohfelden gewohnt – doch auch das war ihr zu weit von ihrer Familie entfernt. Nun wohnt die ganze Familie am Jungfernkopf und in Vellmar. Muttertag feiern sie, ebenso wie alle anderen Feste auch, natürlich gemeinsam. Hier sind dann die kulinarischen Künste von Rinette gefragt. 

„Ihr Käsekuchen ist ein Gedicht“, schwärmen alle über den Kuchen, der neben Blumen auch am morgigen Sonntag wieder auf dem Kaffeetisch der fünf Frauen stehen wird. Gemeinsam erleben sie Neues und schwelgen in Erinnerungen: „Bei meiner Hochzeit war meine Oma Trauzeugin. Anschließend fing sie meinen Brautstrauß, und ich wurde auch auf ihrer Hochzeit Trauzeugin“, erzählt Aline, während ihre Mutter Arlette sich um Tochter Rosalia kümmert, die der Sonnenschein der Familie ist. Eine Erinnerung an einen besonderen Muttertag hätten sie nicht, sagt die Familie. Arlette mutmaßt: „Vielleicht, weil jeder Tag besonders ist, wenn wir fünf zusammen sind.“

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