Mysteriöser Knochenfund

Mysteriöser Knochenfund: Arbeiter finden Unterkiefer auf Grundstück

Kassel. Es war ein weiterer Zufallsfund: Arbeiter haben am Dienstag auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei einen Unterkiefer entdeckt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den noch fehlenden Unterkiefer des weiblichen Skeletts handelt, das bereits vergangene Woche dort gefunden wurden.

Zuletzt aktualisiert um 15.20 Uhr.

Der Unterkiefer habe rund 20 Meter vom Hauptfundort des Skeletts gelegen; in einem Heizungsraum neben den Gewächshäusern. Die Heizkessel seien am Dienstag aus dem Gebäude gerissen worden, sagt Kalwa. Dabei sei das Häuschen eingestürzt. Nachdem die Arbeiter das über Jahre zugewucherte Grundstück in den vergangenen Tagen gerodet haben, wird erst deutlich, wie zerfallen und verwildert das Areal ist. Pflanzen und Bäume wuchsen hier viele Jahre lang ungestört. Dass der Unterkiefer viele Meter entfernt vom Hauptfundort lag, ist für die Ermittler nicht ungewöhnlich.

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Es könne durchaus möglich sein, dass ein Tier Knochen verschleppt habe, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Nachdem das Gestrüpp am Fundort entfernt wurde, durchkämmten elf Beamte der Bereitschaftspolizei am Mittwoch das Hanggrundstück auf der Suche nach Knochen. Quadratmeter für Quadratmeter. Ein mühsames Unterfangen. Überall liegen Astwerk und Laub. „Uns fehlen noch Kleinteile wie Wirbel und Handknochen“, sagt Jungnitsch. Der Polizei sei es wichtig, alle Knochen zu finden, bevor auf dem Gelände die Abrissarbeiten beginnen. Schließlich solle das Skelett möglichst komplett bestattet werden.

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An der Identifizierung der Frauenleiche arbeiten die Wissenschaftler in der Rechtsmedizin in der Universität Gießen. Prof. Marcel A. Verhoff untersucht derzeit die Knochen auf DNA. Durch den Fund des Unterkiefers haben die Ermittler jetzt zudem die Hoffnung, in Verbindung mit dem bereits sichergestellten Oberkiefer einen kompletten den Zahnstatus erstellen zu können. Die Kripo geht nach wie vor davon aus, dass es sich bei der Leiche um eine vermisste Frau handelt. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für ein Verbrechen, sagt Jungnitsch.

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Wenn Klaus Rolf Gerhold, Geschäftsführer des IVS Gerhold Immoprojekts, die Rodung des Grundstücks nicht in Auftrag gegeben hätte, wäre das Skelett vermutlich auch in den nächsten Jahren nicht entdeckt worden. Gerhold will auf dem etwa 17 000 Quadratmeter großen Areal, das er von einer Erbengemeinschaft gekauft hat, neun Häuser bauen. (use)

Rubriklistenbild: © Herzog

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