Im Einsatz, sobald die Rettungsdienste an ihre Grenzen kommen

Nach 19 Jahren: Kassel hat wieder eine Bergwacht

Startklar: Bergwacht-Landesleiter Hartmut Lischke (2. v.l.) stattet die neuen Bergwächter und Gründer (v.l.) Jonas Spill, Manuel Wilm und Julian Schäfer mit dem ersten Rucksack aus. Foto:  Schaub

Kassel. Nach 19 Jahren Pause gibt es sie wieder: eine Bergwacht in Kassel. Sie zählt 18 junge Mitglieder, inklusive einer Bereitschaftsärztin.

Viele von ihnen sind hauptamtlich im Rettungsdienst tätig. Der Bereitschaftsdienst der Bergwacht ist aber ehrenamtlich. Hier alles Wissenswertes über die Bergwacht.

Was macht die Bergwacht?

Die Bergwacht kommt dann zum Einsatz, wenn die Aufgaben des Rettungsdienstes an ihre Grenzen kommen, erklärt Holger Gerhold-Toepsch vom DRK in Kassel. Das ist meist dann, wenn der Unfall auf einem Gelände passiert ist, das vom Rettungsdienst schwer zu erreichen ist. Die Bergretter werden dafür ausgebildet, Menschen aus schwer zugänglichen Orten zu retten. Dabei hilft eine spezielle Ausrüstung, zu der zum Beispiel die Gebirgstrage gehört.

Warum gibt es eine Bergwacht in Kassel?

Nicht nur Freizeit-Kletterer, sondern auch Mountainbiker sind zum Beispiel im Habichtswald auf unwegsamem Gelände unterwegs. Wenn sie stürzen, sind sie mit dem Rettungswagen nicht sofort zu erreichen. Deshalb sei eine Bergwacht auch in Kassel wichtig, erklärt Manuel Wilms, neuer kommissarischer Leiter und Initiator der Bergwacht. Er ist hauptamtlicher Rettungsassistent und Ausbilder für Höhenretter. Er klettert selbst viel und sei immer wieder auf eine Bergwacht angesprochen worden. Seitdem ist ein Jahr vergangen, die Bergwacht ist nun sein Herzensprojekt.

Wo könnte sie zum Einsatz kommen und wo hat sie ihren Sitz?

Am Hohen Gras könnte die Bergwacht gebraucht werden. Hier hatte sich schonmal ein Rettungswagen festgefahren. Auch die „down hill“-Strecken (englisch für Bergabfahrt) für Mountainbiker im Habichtswald oder der Scharfenstein sind potenzielle Gefahrengebiete, in denen sich Sportler immer wieder verletzen. Auch im Bergpark oder in der Stadt könnte die Bergwacht helfen. Zum Beispiel, wenn ein Kranfahrer in der Höhe gerettet werden muss. Für spezielle Einsätze kann die Bergwacht Hilfe von der Fliegerstaffel der Bundespolizei in Ehringshausen anfordern. Die hilft dann mit einem Hubschrauber.

Sitz der Bereitschaft ist unterhalb des Herbsthäuschens im Habichstwald.

Wie funktioniert ein Einsatz?

Die Bergwächter werden über die Leitstelle informiert. Am Unfallort können sie den Patienten versorgen und Medikamente geben, auch dafür werden sie ausgebildet. Sie transportieren den Patienten zum Rettungswagen und übergeben an die Kollegen.

Gab es schon mal eine Bergwacht in Kassel?

Ja. Es gab immer wieder mal eine Bergwacht in Kassel. Die Letzte musste laut DRK-Mitglieder gegen 1998 geschlossen werden, weil ihre Mitglieder zu alt waren und kein Nachwuchs da war. Das ist für die neue Bergwacht vorerst nicht zu befürchten, ihr Durchschnittsalter liegt bei ungefähr 34 Jahren.

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