Nach Anstieg im Vorjahr sind Fahrraddiebstähle deutlich zurückgegangen

Kassel. Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist wieder gesunken. Nachdem die Polizei im vergangenen Jahr mit insgesamt 767 Fällen im Stadtgebiet einen Anstieg von mehr als 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres wieder deutlich weniger Fahrraddiebstähle.

Von Januar bis Ende Juni wurden nach Angaben der Polizei in Kassel 201 Räder gestohlen. Würde die positive Entwicklung bis zum Jahresende anhalten, könnte es einen Rückgang von 47 Prozent im Vergleich zur hohen Zahl der Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr geben. „Ob sich diese Annahme bestätigt, wissen wir aber erst am Ende des Jahres“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Der Rückgang betrifft sowohl einfache Fahrraddiebstähle (von nicht gesicherten Rädern) als auch schwere (wenn ein Schloss geknackt wird oder das Rad aus verschlossenen Räumen wie dem Keller gestohlen wird).

Als Ursache für den positiven Trend vermutet Jungnitsch eine bessere Absicherung der Fahrräder. „Wir sind ja auch nicht müde geworden, im Rahmen der Präventionsarbeit Fahrradbesitzer aufzuklären und Tipps zu geben, wie man sein Fahrrad gegen Diebstahl sichern kann.“ Das hätten sich offenbar viele Menschen zu Herzen genommen.

Dennoch gebe es nach wie vor viele Fahrradfahrer, sagt Polizeisprecher Jungnitsch, „die mehrere Tausend Euro für das Rad ausgeben und dann am Schloss sparen“. Stabile Bügel- oder Panzerschlösser könnten abschreckende Wirkung auf Langfinger haben, während ein Billigschloss ohne Weiteres mit einem Seitenschneider zu kappen sei.

Die Täter griffen erfahrungsgemäß gern in unübersichtlichen Situationen zu, etwa auf großen Abstellplätzen an Bahnhöfen, Schulen oder Freibädern, wo häufig nicht alle Räder festgeschlossen seien. Ein großer Teil der Diebstähle ereigne sich tagsüber, sagt Jungnitsch. Wer also glaubt, er müsse nur nachts sein Fahrrad richtig sichern, für den kann es schnell ein böses Erwachen geben.

Wie die Nadel im Heuhaufen

Die Aufklärungsquote bei den schweren Diebstählen lag im vergangenen Jahr bei 5,4 Prozent, bei den einfachen Diebstählen bei 16,5 Prozent. „Wenn die Besitzer keine genauen Angaben zu ihrem Fahrrad machen können, gleicht die Suche der nach einer Stecknadel im Heuhaufen“, sagt Wolfgang Jungnitsch. Oftmals wüssten die Besitzer gerade mal Farbe und Marke ihres Fahrrads.

Wenn bei einer Polizeikontrolle ein vermeintlicher Dieb behaupte, das Rad gehöre seit Jahren ihm, müsse man demjenigen schließlich das Gegenteil beweisen können. Das geht nur, wenn das gestohlene Fahrrad genau beschrieben werden könne. Hilfreich ist dabei die Rahmennummer beziehungsweise die eingravierte Nummer bei codierten Fahrrädern. Dann kann sich der Dieb nicht in faule Ausreden flüchten.

Von Katja Rudolph

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