Eröffnung verschiebt sich um halbes Jahr

Nach Bakterien-Befall: Totalschaden im Stiftsheim

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Wasserflecken: Charlotte Bellin zeigt einen der Schäden in einem Badezimmer.

Brasselsberg. Eigentlich sollte der sieben Millionen Euro teure Erweiterungsbau des Evangelischen Altenhilfezentrums Stiftsheim an der Ahrensbergstraße zum 1. August eröffnet werden.

Jetzt wird sich die Eröffnung nach eineinhalb Jahren Bauzeit voraussichtlich um ein halbes Jahr verschieben. Das gab die Einrichtung jetzt bekannt.

Der Grund: Zunächst war das bereits aus dem Kasseler Auebad bekannte Bakterium Pseudomonas im Wasserleitungssystem des Hauses entdeckt worden. Nach mehreren Desinfektionen war das Wasser am vergangenen Freitag laut Einrichtungsleiterin Charlotte Bellin endlich wieder keimfrei. „Zwei Stunden später zeigten sich jedoch Wasserflecken in mehreren Wohnungen“, berichtet sie.

Offenbar sind die Wasserleitungen beschädigt. Ulrich Jacobi, kaufmännischer Vorstand der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen, geht davon aus, dass das gesamte Wasserleitungsnetz erneuert werden muss. Das heißt auch, dass in den kürzlich erst fertiggestellten Bädern und Küchen die Wände wieder aufgebrochen werden müssen.

Jacobi rechnet allein mit Sanierungskosten in Höhe von einer halben Million Euro – „ganz zu schweigen von Mietausfällen und Personalkosten“, sagt er. Das Abwassersystem dagegen ist nicht beschädigt.

Wer für den Schaden verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Deshalb will Jacobi auch die beteiligten Firmen noch nicht nennen.

Der Erweiterungsbau, der an das bestehende Stiftsheim angeschlossen und über eine neue Cafeteria verbunden ist, bietet zweimal zwölf Plätze in zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenzerkrankungen. Außerdem gibt es 14 Wohnungen für ältere Menschen, die noch weitgehend selbstständig leben können, aber im Notfall auf die Heimversorgung zurückgreifen können. Ansonsten werden diese Mieter bei Bedarf durch die Diakonie-Station Kassel betreut.

Da viele ihre bisherigen Wohnungen bereits gekündigt haben, werden sie zum Teil in den Häusern der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen untergebracht, zum Teil wohnen sie Bellin zufolge vorübergehend bei Freunden und Verwandten. Sechs Mieter sind bereits mit ihren Möbeln eingezogen. Eine von ihnen ist die 84-jährige Sigrid Schrader. Sie wohnt tagsüber in ihrer Wohnung und übernachtet bei Freunden oder in der Gastwohnung des Stiftsheims. „Ich hänge an der Wohnung und werde auf jeden Fall hier wohnen bleiben“, sagt sie. Auch die anderen Mieter seien nicht von ihren Mietverträgen zurückgetreten, sagt Jacobi.

Derzeit wird ein Sanierungskonzept erarbeitet und versucht, den Verantwortlichen für den Schaden zu ermitteln.

Von Mirko Konrad

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