Zwei weitere Hundehalter meldeten Vorfälle beim Ordnungsamt

Nach Beißattacke: Maulkorbzwang für Riesenschnauzer

Wurde attackiert: der Hund Baby.
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Wurde attackiert: der Hund Baby.

Der Riesenschnauzer, der am 20. Januar Mischlingshündin Baby in der Nähe des Parkplatzes Hessenschanze gebissen hat, muss nun einen Maulkorb tragen. Zudem darf er nur noch an einer Leine geführt werden, die nicht länger als zwei Meter ist. Das hat Nina Djamali, Abteilungsleiterin für Ordnungs- und Aufsichtsangelegenheiten im Kasseler Ordnungsamt, mitgeteilt.

Kassel - Wie die HNA berichtete, hatte die Halterin von Baby, die von dem Riesenschnauzer in die Oberschenkelinnenseite gebissen worden war, Anzeige bei der Polizei erstattet und das Ordnungsamt über die Bissattacke unterrichtet. Die Halterin des Riesenschnauzers sei schnell ermittelt worden, so Djamali. Für den Hund sei am 21. Januar zunächst ein vorläufiger Leinen- und Maulkorbzwang angeordnet worden.

Anschließend habe das Ordnungsamt mit allen Beteiligten gesprochen und die konkreten Einzelumstände des Vorfalls geprüft. Ein Mitarbeiter der Stadtpolizei, der viel Erfahrung mit Hunden hat, habe auch die Halterin des Riesenschnauzers aufgesucht und sich ein Bild von dem Hund gemacht.

Zudem hätten sich beim Ordnungsamt noch zwei weitere Personen gemeldet, die angaben, dass ihr Hund ebenfalls von dem Riesenschnauzer gebissen worden sei. All diese Umstände hätten dazu geführt, dass man den Leinen- und Maulkorbzwang für den Riesenschnauzer aufrechterhalte. Der Hund dürfe auch nicht mehr an einer Schleppleine ausgeführt werden, so Djamali. Die Halterin habe gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt, aber noch keine Begründung dafür abgegeben.

Wie oft ein Hund von einem anderen Hund gebissen werde, darüber liege beim Ordnungsamt keine Statistik vor. Djamali schätzt aber, dass pro Jahr zehn bis 15 Fälle gemeldet werden. Eine Statistik werde nur über die Bissattacken, bei denen Menschen verletzt werden, geführt. Da habe es in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 13 und 19 Vorfälle gegeben. Werde ein Mensch von einem Hund gebissen, könnte es sein, dass der Hund sogar eingezogen werde. Das ist zum Beispiel im Sommer 2018 geschehen. Damals hatte ein Dobermann-Mischling Schüler der Grundschule Süsterfeld-Helleböhn angefallen und einen Jungen verletzt. Wenig später war die Hündin auf den Schulhof in Harleshausen gestürmt und hatte erneut Schüler angesprungen. Daraufhin war das Tier sichergestellt und in die städtische „Unterbringungsstelle für vermeintlich gefährliche Hunde“ nach Liebenau-Niedermeiser gebracht worden.

Solch ein Schicksal erwartet den Riesenschnauzer wohl nicht. Seine Halterin muss allerdings damit rechnen, dass die Besitzerin von Baby gegen sie zivilrechtlich vorgeht. Sie will nämlich die Tierarztrechnung von mehr als 230 Euro für die Operation ihrer Hündin erstattet haben. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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