Polizei tappt noch im Dunkeln

Nach Bergshäuser Vergewaltigung: Misstrauen gegen Postboten

Müssen derzeit mit Vorbehalten zurechtkommen: Der gesuchte Vergewaltiger hatte sich als Postbote verkleidet. Foto: dpa

Kassel / Fuldabrück. Seit der grausamen Vergewaltigung einer 45-jährigen Frau in Bergshausen geht bei vielen Frauen die Angst um. Die 45-Jährige war in ihrer Wohnung von einem Mann überfallen, betäubt und vergewaltigt worden, der sich an der Gegensprechanlage als Paketbote ausgegeben hatte.

Er trug bei der Tat eine Postuniform. Die Polizei geht aber davon aus, dass der Täter kein Postbediensteter ist und die Uniform als Verkleidung missbrauchte. „Das Misstrauen gegenüber Postmitarbeitern ist groß geworden und erschwert den unbescholtenen Post- und Paketboten vermutlich die Arbeit“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner.

Mit dieser Einschätzung liegt die Polizei nicht falsch. Postsprecher Thomas Kutsch spricht davon, dass die Post- und Paketboten in Sorge seien. „Offenbar wurde eine Postuniform missbraucht, das ist eine prekäre Situation. Viele Kollegen sind verunsichert, auch weil der Fall noch nicht aufgeklärt wurde“, sagt Kutsch.

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Das Thema werde unter den Kollegen stark diskutiert. Zum Glück seien vielen Kunden ihre regelmäßigen Zusteller vom Gesicht bekannt. Aber es gebe natürlich immer wieder auch Vertretungen. „Unsere Post- und Paketboten sollten nicht unter Generalverdacht gestellt werden“, sagt Kutsch.

Die Ermittler haben indes zu dem Fall keine neuen Erkenntnisse. „Wir tappen im Dunkeln“, sagt Polizeisprecher Werner. Leider habe es keine entscheidenden Hinweise gegeben. Weil der Täter eine auffällige Hakenkreuz-Tätowierung an der Innenseite des Unterarms trug, habe man zunächst gedacht, dass die Chancen gut stünden, den Tatverdächtigen schnell auszumachen. Allerdings habe man in den Datenbanken der Polizei, in denen Straftäter samt ihrer Körpermerkmale aufgeführt werden, keinen Treffer gelandet. Wer sich noch nichts zuschulden kommen lassen hat, sei dort aber natürlich nicht aufgelistet, sagt Polizeisprecher Werner. „Deshalb sind wir auf Hinweise aus der Bevölkerung dringend angewiesen.“

Da der Vergewaltiger vor der Tat bereits als Postbote gekleidet im Dorf unterwegs gewesen sein muss, hofft man auf Beobachtungen von Anwohnern, denen der Mann aufgefallen ist.

„Auf dem Dorf kennt doch eigentlich jeder den echten Postboten und wundert sich, wenn jemand anderes in der Uniform unterwegs ist“, sagt Werner. (rud/bal)

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