Bisher kein Ansturm

Nach Corona-Lockerungen: So laufen die Geschäfte in Kassel

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Menschen sind am Montagmittag auf der Königsstraße in Kassels Innenstadt unterwegs.

Nach den ersten Corona-Lockerungen dürfen nun auch in Kassel viele Geschäfte wieder den Betrieb aufnehmen. Wir schauten uns in der Innenstadt um und sprachen mit einigen Händlern.

  • Wiedereröffnungen sind Teil der Corona-Lockerungen
  • Personal von Geschäften in Kassel haben unterschiedliche Ansichten
  • Geschäfte dürfen nur unter Auflagen wieder eröffnen

Kassel - Nach ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen, ist es den Menschen wieder möglich, in der Innenstadt nicht nur Lebensmittel, Kosmetik und Medizin zu erwerben, sondern sogar wie einst shoppen zu gehen - zumindest teilweise.

Viele Geschäfte konnten in Kassel heute lediglich unter bestimmten Auflagen eröffnen, was für das Personal in so gut wie jedem Fall Atemschutzmasken, Handschuhe und Sicherheitsabstand bedeutet.

Corona-Lockerungen in Kassel: Desinfektion statt Peeling

Im Kosmetik-Shop Rituals, wo es üblicherweise einen kleinen Becher Tee und ein gratis Handpeeling gibt, erwartet die Kunden ab heute lediglich ein paar Spritzer Desinfektionsmittel für die Hände. Generell müsse die kundennahe Beratung wegen Corona vorerst ausbleiben, so eine Mitarbeiterin in der Filiale in der Königsstraße.

Wie man uns erzählt, sind die Kunden in Kassel, von denen aktuell maximal fünf das Geschäft betreten dürfen, allerdings recht freundlich und würden auch verschiedene Produkte kaufen. Laufkundschaft, die nur „mal gucken“ möchte, sei bisher gänzlich ausgeblieben.

Corona-Lockerungen in Kassel: Kundschaft oft „patzig“ wegen Corona-Maßnahmen

Quer gegenüber in der Bäckerei Schwälmer Brotladen, herrschen ebenfalls Corona-Maßnahmen: Es dürfen sich lediglich 2 Kunden gleichzeitig in der Bäckerei aufhalten, außerdem sollen Personen in der Warteschlange einen Sicherheitsabstand einhalten. Doch obwohl in Kassel heute wieder mehrere Geschäfte geöffnet haben, habe man nur einen geringen Kundenanstieg bemerkt.

DieCorona-Krise und die entsprechenden Maßnahmen scheinen sich allerdings auf das Gemüt von einigen Menschen auszuüben: „Die Leute sind recht patzig. Eben hat mein Kollege Pause gemacht, da war ich allein und konnte nur einen Kunden nach dem anderen bedienen. Daraufhin wurde sich beschwert, dass wir schlecht organisiert seien und alles zu lange dauern würde.“

Corona-Lockerungen in Kassel: Verkäufer haben verschiedene Ansichten

Auch innerhalb der Königs-Galerie haben die meiste Geschäfte geöffnet, darunter auch einige Lokalitäten im Untergeschoss. Der längere Aufenthalt ist in der Galerie momentan allerdings nicht gestattet; mehrere Schilder weisen die Kundschaft daraufhin, das Gebäude „unverzüglich nach dem Einkauf“ zu verlassen.

Ähnlich sieht es auch im City-Point, dem anderen Einkaufszentrum in der Innenstadt von Kassel, aus. Sicherheitspersonal, Absperrungen und Pfeile sorgen dafür, dass die Kundschaft nicht kreuz und quer durch das Einkaufszentrum läuft, sondern lediglich gegen den Uhrzeigersinn bummeln kann. Hier erkundigten wir uns in gleich zwei Schuhgeschäften nach dem Umgang mit Corona.

Corona-Lockerungen in Kassel: Regelmäßige Desinfektion an der Tagesordnung

„Zuerst hat man Einkaufszentren recht zügig geschlossen, jetzt machen wir wieder auf. Da frage ich mich aber, ob das bei Textilgeschäften in der aktuellen Situation so schlau ist. Braucht man denn wirklich eine neue Jeans oder ein neues Paar Schuhe während der Krise?“, so ein Verkäufer in einem Store, der allerdings nicht genannt werden möchte. Die Lage nehme man aber sehr ernst, weshalb hier sogar regelmäßig die Schuhe desinfiziert werden.

In einem anderen Shop sieht man die Situation anders. Zwar trifft man auch hier die üblichen Vorkehrungen wie Mundschutz und Sicherheitsabstand, allerdings könne man nicht jedes Paar Schuhe desinfizieren, da „Desinfektionsmittel zurzeit recht rar ist und man da gar nicht hinterher kommen würde“. Von derCorona-Krise habe man heute ansonsten aber kaum etwas gemerkt, da für einen Montag recht viel los sei. Die Kundschaft sei außerdem verständnisvoll und recht freundlich.

Corona-Lockerungen in Kassel: Erhöhte Nachfrage nach Schutzmasken

Bei einem Blick auf die Königsstraße und den Königsplatz zeigt sich schnell, dass nur eine Minderheit Atemschutzmasken trägt. Der Sicherheitsabstand wird grundsätzlich aber eingehalten, auch größere Gruppen trifft man keine. Ausnahmen bilden hier nur verschiedene Trinker-Treffpunkte. Ob die Polizei, die die Innenstadt regelmäßig zu kontrollieren scheint, auch hier vorbeischaut, ist allerdings nicht erkenntlich.

Eine Streife der Polizei kontrolliert die Kasseler Innenstadt.

Wir erkundigten uns daraufhin in der Engel-Apotheke nach Käufen von Atemschutzmasken. Wie man uns erzählte, war die Nachfrage in den vergangenen Tagen etwas zurückgegangen, heute allerdings wieder gestiegen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Menschen sich nun, wo die ersten Corona-Lockerungen in Kassel in Kraft treten, häufiger unter Menschen begeben möchten.

Von Nail Akkoyun

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