1. Startseite
  2. Kassel

Nach Dauerregen: Wasserstände der Fulda sinken wieder

Erstellt:

Von: Axel Schwarz

Kommentare

Seit Montag sinkt das Hochwasserrisiko im Raum Kassel: Die Wassermassen im Bett der Fulda werden allmählich weniger.

Kassel – Nach weiteren Regenfällen seit dem Wochenende wälzen sich die braunen Fluten der Fulda noch immer mit hoher Fließgeschwindigkeit durch Kassel. Ein Risiko, dass weiter steigendes Wasser zu Überschwemmungen führt, sahen die Fachleute beim Regierungspräsidium Kassel am Montag aber nicht mehr. Trotz einzelner Niederschläge in den nächsten Tagen gehe man davon aus, dass die aktuelle Hochwasserlage am Mittwoch beendet sein wird, teilte die Obere Wasserbehörde beim RP mit.

Momentan kann man an einigen niedrigen Uferstellen entlang von Kassels Fluss beobachten, wie das Fuldawasser Stück für Stück angrenzende Wiesenstellen erobert. In weiter südlichen Landesteilen haben sich während der vergangenen Tage Hochwasserscheitel aufgebaut, die nun allmählich in Nordhessen ankommen.

So wurde in Bad Hersfeld in den ersten Morgenstunden des Montags die Hochwasser-Meldestufe 2 erreicht. Die zeigt an, dass etwa flussnahe Gebäude gefährdet sein und Keller überflutet werden können. Bis Montagmittag stieg der Pegel in Bad Hersfeld weiter bis auf einen Höchststand von 5,05 Meter, seither fällt der Wasserstand wieder.

Hochwasser in Kassel: In Guntershausen ist „mit keinen Meldestufenüberschreitungen“ zu rechnen

In Guntershausen hatte das Fuldawasser am Sonntagabend seinen vorerst höchsten Pegelstand von 3,30 Metern erreicht; damit lag der Wasserstand aber noch einen halben Meter unter der ersten Warnstufe. Der Pegel in dem Baunataler Stadtteil ist für die Hochwasserlage in Kassel besonders bedeutsam, weil kurz vor Guntershausen die Eder in die Fulda mündet und weitere Wasserfrachten mit sich bringt.

Wasser dringt stellenweise auf die Wiesen: Die Fulda nahe der Damaschkebrücke in Kassel, im Bild das Rudervereinsgelände vom Friedrichsgymnasium, dahinter angrenzend liegt der städtische Campingplatz.
Wasser dringt stellenweise auf die Wiesen: Die Fulda nahe der Damaschkebrücke in Kassel, im Bild das Rudervereinsgelände vom Friedrichsgymnasium, dahinter angrenzend liegt der städtische Campingplatz. © Axel Schwarz

Mit Stand vom Montag und mit Blick auf die nächsten Tage sei in Guntershausen „mit keinen Meldestufenüberschreitungen beim aktuellen Hochwasser zu rechnen“, hieß es vom Regierungspräsidium Kassel. Die Behörde ist zuständig für den zentralen Hochwasserwarn- und -meldedienst im hessischen Gebiet der Weser und ihrer Zuflüsse. Die Hochwasser-Warnmeldungen vom RP gehen an bestimmte Dienststellen, an die Medien sowie an die Leitfunkstellen der Landkreise und kreisfreien Städte. Im nächsten Schritt werden dann einzelne Kommunen, deren Einwohner sowie größere Industriebetriebe gewarnt.

Richtig ernste Hochwasserlagen hat es in Kassels Vergangenheit immer wieder mal gegeben. So lösten starke und anhaltende Niederschläge im Mai 2019 einen Ausnahmezustand im Kasseler Osten sowie in Kaufungen und Lohfelden aus: Die Flüsschen Losse und Wahlebach traten über die Ufer, überschwemmten Straßen und fluteten zahlreiche Keller.

Breites Gewässer: So sieht die Fulda nahe der Dennhäuser Straße bei der Neuen Mühle aus.
Breites Gewässer: So sieht die Fulda nahe der Dennhäuser Straße bei der Neuen Mühle aus. © Kathrin Meyer

1995 verwandelte Hochwasser den Platz der Deutschen Einheit in Kassel in eine Seenplatte

Noch folgenreicher war freilich das Ausnahme-Hochwasser Anfang 1995, als die über die Ufer getretene Fulda das gesamte Gebiet rund um den Platz der Deutschen Einheit in eine Seenplatte verwandelte. Viele Grundstücke waren betroffen; es dauerte Wochen, bis die Schäden halbwegs behoben waren.

Was das derzeit noch prallvolle Flussbett betrifft, können sich Anlieger der Fulda allmählich entspannen. An zwei Orten mit Fernwirkung auf Kassel – in Bad Hersfeld und in Schmittlotheim an der Eder – galt gestern noch die Hochwasser-Warnstufe 2. Laut Prognose des RP werden diese Einstufungen im Lauf des heutigen Dienstags aufgehoben werden können. (Axel Schwarz)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion