Wasserschutzpolizei Kassel ermittelt

Nach Defekt: Abwässer flossen nicht in Kläranlage, sondern in die Fulda

+
Polizei ermittelt: Haushaltsabwässer flossen in Höhe des Renthofes in die Fulda. Ob das auch der Grund für das Fischsterben ist, ist aber noch unklar.

Kassel. Aufgrund eines technischen Defekts flossen am Donnerstag Haushaltsabwässern in die Fulda. Ein Angler hatte eine Verfärbung und tote Fische beobachtet.

Tote Fische und eine trübe, milchige Flüssigkeit in der Fulda hat ein Angler am Donnerstag gegen 11.45 Uhr gemeldet. Bei der anschließenden Überprüfung im Bereich der Schlagd durch die Wasserschutzpolizei Kassel bestätigte sich die Meldung des Anrufers. Aus einem Rohr der dortigen Oberflächen- und Regenentwässerung trat eine zunächst unbekannte Flüssigkeit aus. Rotaugen, die sich vermutlich in den Kanal zurückgezogen hatten, wurden vereinzelt tot in die Fulda gespült.

Der betroffene Kanalabschnitt wurde daraufhin gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadt Kassel überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass es im Bereich eines Regenwasserüberlaufs am „Steinweg“ zu einem Rückstau im Abwasserkanal gekommen war. Die Ursache dafür ist laut Wasserschutzpolizei noch nicht bekannt.

In der Folge flossen Haushaltsabwässer anstatt zur Kläranlage in unbekannter Menge in die Fulda. Im Fluss selbst wurden aber kein weiteres Fischsterben oder andere Umweltschäden festgestellt. Genauere Angaben zur Menge des eingeleiteten Wassers konnte die Stadt Kassel zunächst nicht machen.

Arno Bauer, Leiter des Netzbetriebes bei Kasselwasser bestätigte, dass es einen technischen Fehler gegeben habe. „Im Bereich Brüderstraße/Ecke Renthof gibt es eine Mischwasseranlage“, erklärt Bauer. Bei starken Regenfällen werden hier stark verdünnte Abwässer in die Fulda geleitet, um die Kanäle zu entlasten. Diese Abwässer werden aber normalerweise von Haushaltsabwässern getrennt. Durch einen technischen Defekt, habe das am Donnerstag nicht funktioniert.

Hier kam es zu der Verunreinigung.

Nachdem Kasselwasser über die Verschmutzung informiert war, hätten Mitarbeiter unverzüglich den technischen Defekt behoben. „Das kann passieren, darf es aber eigentlich nicht“, sagt Bauer. Kasselwasser sei in solchen Fällen dankbar, wenn Bürger Auffälligkeiten sofort melden.

Ob die Verschmutzung für die toten Fische im Bereich der Schlagd verantwortlich ist, darüber konnte Bauer keine Auskunft geben. Nach seinen Informationen handele es sich auch nicht um ein massenhaftes Fischsterben, sondern nur um einzelne tote Fische, die an der Stelle gefunden wurden. Die Wasserschutzpolizei Kassel ermittelt wegen des Verdachts einer Gewässerverunreinigung.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.