Temperaturen steigen, Böden sind aber noch gefroren – Immer wieder Einsätze wegen Eiszapfen

Nach dem Super-Winterwochenende droht Glatteis in Kassel

Schnee auf der Treppenstraße in der Kasseler Innenstadt
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Herausforderung für Fußgänger: Auch auf der Treppenstraße in der Innenstadt haben Passanten derzeit ihre liebe Mühe, hinauf- und hinabzusteigen – und nun droht auch noch Glätte.

Erst Schneemassen, nun droht Glättegefahr: Weil es ab Montag deutlich wärmer werden soll, nachts die Temperaturen aber noch unter dem Gefrierpunkt liegen können, droht Glatteis.

Kassel – Der Deutsche Wetterdienst hat daher am Sonntag einen Glatteis-Hinweis veröffentlicht. Hintergrund ist, dass im Laufe des Montags aus Westen Niederschläge aufziehen. Diese fallen anfangs noch als Schnee, gehen aber rasch in Regen über. Auf den gefrorenen Böden muss in der Folge verbreitet mit Glatteis gerechnet werden, so der DWD. Es sei mit zum Teil erheblichen Einschränkungen im Schienen- und Straßenverkehr zu rechnen.

Gefährlich werden kann das auch überall dort, wo der Schnee in den vergangenen Tagen nur teilweise geräumt worden ist – und von diesen Stellen gibt es unzählige in Kassel. Mal sind es schmale Wege, mal ist aus dem nicht kompletten zur Seite geschobenen Schnee ein rutschiger Brei geworden. Viele HNA-Leser hatten sich darum gemeldet. Sie ärgert es, dass vor Privathäusern, Geschäften und Einrichtungen auch eine Woche nach den Schneefällen kaum ein Durchkommen ist. Vor dem Tegut-Markt an der Frankfurter Straße halfen sogar Anwohner und schaufelten die Wege frei, nachdem dort mehrere Senioren Probleme hatten.

Bis zu 500 Euro Bußgeld drohen bei Verstößen gegen die Winterdienstpflicht. Allerdings sei „die Einleitung eines Bußgeldverfahrens das letzte Mittel, um die Erfüllung der Winterdienstpflicht durchzusetzen“, so ein Stadtsprecher. Die meisten Winterdienstpflichtigen würden nach einer Ermahnung ihre Wege freiräumen.

Tätig wird das Ordnungsamt immer dann, wenn Hinweise und Beschwerden eingehen oder wenn Ordnungsamtmitarbeiter bei ihren Außeneinsätzen Missstände entdecken. Seit dem Wintereinbruch vor einer Woche seien beim Ordnungsamt bisher allerdings nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Beschwerden eingegangen, so die Stadt.

Zuständig fürs Schneeräumen sind grundsätzlich die Grundstückseigentümer, die vielfach einen Winterdienst oder ihre Mieter mit dem Räumen beauftragt haben. Dennoch müssen sie kontrollieren. Generell gilt, dass die Gehwege auf einer Breite von mindestens 1,50 Meter zu räumen sind – so weit die Verhältnisse es zulassen. Der Straßenverkehr darf dabei nicht beeinträchtigt werden.

Tatsächlich wurde in der vergangenen Woche an den meisten Stellen in Kassel der Schnee zur Seite geschoben und abgestreut, dennoch gibt es mittlerweile viele Gehwege, die so rutschig sind, dass man kaum voran kommt. Nachgearbeitet wurde dennoch nicht. Ob ein Gehweg wie vorgeschrieben geräumt ist, sei eine Einzelfallentscheidung, teilt dazu die Stadt mit.

Doch nicht nur der Schnee macht den Kasselern das Leben schwer. Eine weitere Gefahr droht von Eiszapfen, die sich derzeit an vielen Häusern bilden. Sie sind zwar schön anzusehen, können beim Abbrechen aber zu Verletzungen bei Passanten und Schäden an Fahrzeugen führen. „Wir werden derzeit häufiger wegen Eiszapfen, die sich in größerer Höhe gebildet haben und abzustürzen drohen, angerufen“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz. Generell liege die Verantwortung, die Zapfen zu entfernen, bei den Hausbesitzern. Allerdings müsse die Polizei ausrücken, wenn Gefahr für den Verkehr bestehe. Und auch die Feuerwehr sei immer wieder im Einsatz, wenn von den Eiszapfen eine akute Gefahr ausginge. (Marie Klement)

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