Es kam zu Verkehrsbehinderungen

Nach DGB-Aufruf: 2500 Kasseler demonstrierten für bessere Rente

Blockierte für rund eine Stunde die Fahrspuren stadteinwärts auf der Frankfurter Straße: Der DGB-Demonstrationszug in Kassel auf seinem Weg vom Auestadion zur Abschlusskundgebung auf dem Königsplatz, hier in Höhe des Weinbergs. Foto: Schachtschneider

Kassel. Hunderte Teilnehmer der DGB-Demonstration für eine gute Rente haben am Freitagnachmittag für Behinderungen in der Kasseler Innenstadt gesorgt.

Die Gewerkschafter aus dem gesamten Raum Nordhessen zogen gegen 17 Uhr – also mitten im Feierabendverkehr – unter Begleitung von Polizeimotorrädern vom Auestadion über die Frankfurter Straße, die Fünffensterstraße und die Königsstraße bis zur Abschlusskundgebung mit dem Ver.di-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske auf den Königsplatz.

Für etwa eine Stunde mussten die Autofahrer in der Innenstadt Geduld haben. Wer auf der Frankfurter Straße in Richtung stadteinwärts fahren wollte, hatte sich dem Tempo der zu Fuß laufenden Teilnehmer der Demonstration anzupassen. Während des Marschs durch die Königsstraße bis zum Königsplatz mussten die Straßenbahnen um die Fußgängerzone herumgeleitet werden. Während der Kundgebung auf dem Königsplatz konnten die Trams aber wieder wie gewohnt fahren.

Nach Angaben des DGB verfolgten rund 2500 Besucher die Ansprachen bei der Abschlusskundgebung auf dem Königsplatz. Der Aktionstag der Gewerkschaften hatte am frühen Nachmittag mit Familienfest, Live-Musik und ersten Ansprachen auf dem Platz vor dem Auestadion und der Eishalle begonnen.

DGB-Demo in der Innenstadt

Zwar mussten manchen Autofahrer im Feierabendverkehr Ruhe bewahren. Zu größeren Verkehrsproblemen sei es wegen des Demonstrationszuges der Gewerkschafter aber nicht gekommen, sagte am Abend ein Sprecher der Kasseler Polizei auf Anfrage.

Wie berichtet, hatte der DGB einen Demonstrationszug mit rund 2000 Teilnehmern angemeldet. Nicht ganz so viele waren gestern unterwegs. Viele Gewerkschafter stießen erst zur Kundgebung auf dem Königsplatz hinzu, um ihrer Forderung nach einem Kurswechsel für eine bessere Rente Ausdruck zu verleihen.  

Das fordern die Gewerkschafter

 „Deine Stimme für eine gute Rente“: Unter diesem Motto waren nach Angaben von Michael Rudolph, Geschäftsführer der DGB-Region Nordhessen, rund 2500 Teilnehmer zu der Abschlusskundgebung auf den Königsplatz gekommen.

Hauptredner war ver.di-Bundesvorsitzender Frank Bsirske, der mit der Rentenpolitik der vergangenen Jahre ins Gericht ging. Wenn man nicht schnellstens gegensteuere, drohe den Menschen in Deutschland „massenhafte Altersarmut“, warnte Bsirske. Einen Kurswechsel zur Anpassung der Renten mahnte auch das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach an.

Viele Gewerkschafter trugen bei der Demonstration Umhänge mit Aufschriften wie „Rentenretter“ oder „Rente muss für ein gutes Leben reichen“. Nach eigenen Angaben gehören in Nordhessen rund 115 000 Menschen den DGB-Gewerkschaften an. Der Aktionstag am Freitag in Kassel hatte mit einem Familienfest und einer ersten Kundgebung am Auestadion begonnen. Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender im Baunataler VW-Werk, verglich dabei den Raub durch Rentenkürzungen mit einem „Wirtschaftskrimi“. Alle müssten in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, dann sei eine soldarische Rentenfinanzierung möglich. Bätzold: „Die Österreicher machen es vor.“

Gabriele Kaiding, Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, verlangte einen Kurswechsel nicht nur in der Renten-, sondern auch in der Arbeitsmarktpolitik. Mit Blick auf die bevorstehende Wahl betonte Kailing: „Die Parteien sollen hören, was wir von ihnen wollen.“

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