Licht-Pause soll sechs bis acht Wochen dauern

Nach dem documenta-Rauch: Laser im Kasseler Zwehrenturm wird renoviert

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Nächtliches Kunst-Wahrzeichen: Vom Zwehrenturm verläuft einer der grünen Laserstrahlen zur Orangerie und wird von dort in Richtung Küchengraben weitergelenkt. Andere Strahlen zeigen zum Herkules und zum Hessischen Landesmuseum.  

Kassel. Wo es zur documenta 14 täglich qualmte, sollen bald wieder jede Samstagnacht grüne Laserstahlen über Kassel leuchten. Im Zwehrenturm wird derzeit der Raum saniert, in dem die empfindliche Technik des Lichtkunstwerks untergebracht ist.

Parallel dazu wurden die Lasergeräte zur Wartung und Reparatur geschickt, bevor sie voraussichtlich im Lauf des Juli wieder in Betrieb genommen werden.

Für letzteres sorgt das documenta-Forum, das sich um das Lichtkunstwerk von Horst H. Baumann aus dem documenta-Jahr 1977 kümmert. Bei der jüngsten Weltkunstschau im vergangenen Jahr hatte Künstler Daniel Knorr den Turmraum genutzt, um dort die elektronische Steuertechnik für seine Rauch-Installation unterzubringen. Der Kunst-Qualm selbst strömte zwar auf dem Dach durch Düsen aus, doch eine Etage darunter wurden Farbe und Intensität der Rauchschwaden gesteuert und ständig den wechselnden Wetter- und Sichtverhältnissen am Kasseler Himmer angepasst.

Diese Aktivitäten seien nicht eben gut für die empfindlichen Laser gewesen, sagte Vorsitzender Jörg Sperling vom documenta-Forum. Weil Knorrs Mitarbeiter fortwährend Türen und Fenster des Turmraums hätten öffnen müssen, habe sich eine Menge Staub und auch Niederschlag der Rauchsubstanz in dem Raum abgesetzt, der sonst kaum je geöffnet wird. Sperling: „Wenn die Luftkühlung der Laser läuft, wird das alles ins Innere der Geräte gezogen.“ Besonders empfindlich sei deren Optik, sagte Volker Schäfer vom documenta-Forum: Staub auf den Linsen führe dazu, dass die Leuchtkraft leide.

Hier wird renoviert: Volker Schäfer (links) und jörg Sperling vom documenta-Forum im Turmraum des Fridericianums, wo sich die Lasertechnik befindet.  

Schon vor Knorrs Rauchkunst-Aktion ist laut Schäfer klar gewesen, dass der Turmraum des Fridericianums eine grundlegende Renovierung nötig habe. Dies habe die Stadt Kassel jetzt in Angriff genommen. Der Wandanstrich ist bereits erneuert, die äußeren der hohen Doppelfenster werden gerade saniert, während das documenta-Forum seine Lasergeräte zur Überholung gegeben hat. Die müssen ohnehin regelmäßig zur technischen Kontrolle. „Der Anlass passte, um all das jetzt auf einen Schlag zu erledigen“, sagte Jörg Sperling.

Wegen der Renovierungs- und Wartungsarbeiten sind die grünen Laserstrahlen am vergangenen Wochenende bereits ausgeschaltet geblieben. Das hat laut Sperling bereits zu besorgten Anrufen beim documenta-Forum geführt. Sechs bis acht Wochen werde es noch dauern, bis das Lichtkunstwerk wieder über Kassel erstrahlt.

Archiv-Video von der documenta 14: 

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