Firma Starke + Reichert profitierte von Lockdown

IT-Dienstleister machte Homeoffice möglich: Nach drei Tagen waren Laptops weg

Hatte viel zu tun: Tobias Langlotz (30) ist Vertriebsleiter bei Starke + Reichert und musste im Frühjahr vielen Kunden schnelle Abhilfe schaffen.
+
Hatte viel zu tun: Tobias Langlotz (30) ist Vertriebsleiter bei Starke + Reichert und musste im Frühjahr vielen Kunden schnelle Abhilfe schaffen.

„Wir sind fast an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Tobias Langlotz mehr als ein halbes Jahr nachdem Corona Deutschland erreicht hat. Der Vertriebsleiter des Kasseler IT-Dienstleisters Starke + Reichert erlebte ein turbulentes Frühjahr.

Kassel - Langlotz und sein Team haben zu Beginn der Pandemie dafür gesorgt, dass viele Unternehmen den Wechsel der Beschäftigten ins Homeoffice meistern konnten. „Da lief einiges anders als sonst, aber wir haben auch profitiert“, sagt der 30-jährige Informatiker und studierte Betriebswirt rückblickend.

„Unsere asiatischen Lieferanten haben schon im Februar Verzögerungen bei Lieferungen angekündigt“, berichtet Langlotz. „Da war schon erkennbar, dass etwas auf unsere Firma zukommt.“ Was aber passierte, als auch in Deutschland erste Einschränkungen galten, war nicht abzusehen, so Langlotz: „Innerhalb von drei Tagen waren keine Laptops mehr bestellbar.“ Fast alle Abteilungen waren stark gefordert und mussten „die Schlagzahl erhöhen“, sagt Langlotz.

Die große Herausforderung für den Dienstleister war es, die eilig geschaffene Homeoffice-Infrastruktur an die Systeme in den Büros anzukoppeln. „Normalerweise erarbeiten wir für unsere Kunden langfristige und dementsprechend durchdachte Konzepte“, sagt Langlotz. Im Fokus standen dieses Mal aber die allgemeine Arbeitsfähigkeit sowie der Schutz der Unternehmens-Netzwerke vor ungewollten Zugriffen und Viren.

Viele Aufträge seien von Kunden gekommen, berichtet der Vertriebsleiter, für die mobiles Arbeiten bislang überhaupt kein Thema gewesen sei. Als alle – soweit es ging – mit der notwendigen Technik ausgestattet worden waren, sorgte Starke + Reichert auch noch für den richtigen Umgang damit. „Wir haben schon vor Corona virtuelle Schulungen zu verschiedenen Themen von Software bis Techniknutzung angeboten. Aber klar ist, die Kollegen haben sich bis weit in den Sommer hinein nicht gelangweilt.“ Die extrem hohe Nachfrage habe Ende April bereits wieder etwas nachgelassen, sei aber weiterhin höher als noch vor der Corona-Pandemie, sagt Langlotz. „Auch die Lieferschwierigkeiten bestehen teilweise immer noch.“

Nach dem ersten Schock würden sich mittlerweile viele Unternehmen Gedanken machen, wie sie Prozesse langfristig digitalisieren können. „Bei den meisten ging es erst mal darum, den Betrieb am Leben zu halten. Da wurde oftmals noch nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft“, sagt Langlotz, der hofft, dass Starke + Reichert weiterhin von dieser Entwicklung profitieren kann. „Wir haben viele Erfolgsgeschichten mitbekommen. Die Kunden stehen dem ganzen Thema nun viel offener gegenüber.“ (Von Gregory Dauber)

Starke + Reichert bietet eigens entwickeltes Dokumenten-Management-System

Der Ursprung der heutigen Starke + Reichert GmbH & Co. KG liegt im Jahr 1954. Firmengründer des Kasseler Traditionsunternehmens war der damals 31-jährige Bernhard Starke. Im Jahr 2000 übernahmen die Kinder Ulrich Starke und Dagmar Reichert die Geschäftsführung, bis 14 Jahre später die dritte Familiengeneration die Leitung übernahm: Die beiden Cousins Alexander Starke und Dr. Felix Reichert sind bis heute die Geschäftsführer. Starke + Reichert beschäftigt rund 150 Mitarbeiter in Kassel, Eisenach und Erfurt, am Stammsitz sind es 102. Der Schwerpunkt von Starke + Reichert ist die Ausstattung von mittelständischen Unternehmen mit Hard- und Softwarelösungen sowie umfassenden IT-Systemlösungen. Dazu gehören unter anderem PCs und Notebooks, Software, Drucker, Rechenzentren, IT-Sicherheit und sogenannte Cloud-Services. Der IT-Dienstleister kümmert sich auch nach der Inbetriebnahme um die Wartung und Betreuung der IT-Systeme und erstellt Bürokonzepte samt passender Ausstattung. Außerdem vertreibt das Unternehmen ein eigens entwickeltes Dokumenten-Management-System, das Starke-DMS.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.