Kasseler Neonazi muss erneut vor dem OLG München aussagen

Nach dreistem Auftritt: Bernd T. wieder als Zeuge im NSU-Prozess

Muss erneut als Zeuge vor dem Oberlandesgericht München aussagen: Der Kasseler Neonazi Bernd T. Zeichnung: Reinckens

München. Zur Aufklärung der Mordserie hat seine Aussage beim NSU-Prozess am 11. Februar vor dem Oberlandesgericht (OLG) München wohl nicht beigetragen.

Dennoch hat der Kasseler Neonazi Bernd T., Gründer der rechtsextremen Kameradschaft „Sturm 18“, als Zeuge im Prozess gegen Beate Zschäpe und weitere Angeklagte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Allerdings keinen guten.

Es habe schon einige „dreiste Auftritte von Rechtsextremen“ im NSU-Prozess gegeben, schrieb zum Beispiel Spiegel-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen. „Der Zeuge Bernd T. aber legte einen besonders empörenden hin, nicht nur optisch.“ Am morgigen Donnerstag, 23. April, muss Bernd T. wieder vor dem OLG aussagen.

Im Skinhead-Outfit war der 40-jährige Bernd T. im Februar vor Gericht erschienen und sagte, dass er eigentlich gar nichts weiß und niemanden aus dem NSU-Trio kenne. Zudem könne er sich an nichts erinnern.

Dabei hatte Bernd T., nachdem der NSU aufgeflogen war, behauptet, er könne Aussagen zu dem rechtsradikalen Terrornetzwerk machen und kenne Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt persönlich. Damals hatte sich T. wohl Hafterleichterungen versprochen. Davon wollte er bei seiner Aussage im Februar allerdings nichts mehr wissen. Die Aussagen im von ihm unterschriebenen Vernehmungsprotokoll vom März 2012 seien ihm von Staatsanwalt und Kripobeamten in Kassel in den Mund gelegt worden, behauptete der Neonazi in München. Solche Aussagen habe er niemals gemacht.

23-mal verurteilt

Ende Januar war T. vor dem Kasseler Landgericht wegen Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. T., der seit 1990 bereits 23-mal verurteilt wurde, hatte gegen das Urteil Revision eingelegt. Zudem gibt es aktuell ein Ermittlungsverfahren gegen T. wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

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