Polizei setzt auf Aufklärung und Beobachtung

Nach Eskalation in Goetheanlage: Kampf den wilden Partys in Kassel

Kassel. Eine Abi-Feier ist am 12. Mai in der Kasseler Goetheanlage ausgeufert. Flaschen und Böller wurden auf Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes geworfen. Jetzt werden soziale Netzwerke besonders im Auge behalten.

Die spontane Feier mit 500 jungen Menschen resultierte offenbar aus einem Aufruf eines bislang unbekannten Verfassers im sozialen Netzwerk „Instagram“, der zunächst zu einer Abi-Party an der Hessenschanze eingeladen hatte.

Damit sich so etwas nicht wiederholt, gehen die Stadt Kassel und die Polizei jetzt mit Tipps für Schüler zu Partys und möglichen Konsequenzen an die Öffentlichkeit. Hier werden Fragen zu dem Thema beantwortet.

Welche Folgen können solche wilden Partys wie in der Goetheanlage haben?

1. Solche Feiern können für den „Veranstalter“ drastische Folgen haben – er muss die Zeche zahlen: Ein so verursachter Polizeieinsatz kann mehrere Zehntausend Euro kosten. 

2. Um zu verhindern, dass große Feiern im öffentlichen Raum aus dem Ruder laufen, setzen Polizei und Stadt Kassel auf Aufklärung und deutliche Präsenz. Ordnungswidrigkeiten und Straftaten wollen sie verfolgen. Straftaten, wie Körperverletzung oder Landfriedensbruch, können Geld- oder Freiheitsstrafen nach sich ziehen. Und mit einem Eintrag im „Führungszeugnis“ kann man sich die berufliche Zukunft verbauen, warnt die Polizei.

Junge Menschen wollen feiern. Sind Polizei und Stadt da nicht Spielverderber?

Es ist mehr als verständlich, dass es die Schüler nach der letzten Abi-Klausur oder der bestandenen Prüfung zum gemeinsamen Feiern nach draußen zieht, so Polizeisprecher Matthias Mänz und Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt. Problematisch werde es hingegen, wenn jemand öffentlich dazu aufruft – und das möglicherweise für Orte, die für solche Feiern nicht in Frage kommen oder einer Erlaubnis der Stadt bedürfen.

Wenn die Feier dann auch noch eskaliert und Gegenstände in Richtung der Polizeibeamten und Mitarbeitern des Ordnungsamts geworfen werden, höre der Spaß auf. Die Polizei appelliert daher an Feiernde: „Distanziert euch konsequent von einzelnen Personen oder Gruppen, die aggressive Stimmung verbreiten oder sogar zu Straftaten aufrufen.“

Wie wollen Stadt und Polizei auf die wilde Party reagieren?

Die Vorkommnisse in der Goetheanlage haben die Stadt und das Polizeipräsidium Nordhessen erneut zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem staatlichen Schulamt an den Schulen in Stadt und Landkreis Kassel Aufklärungsarbeit zu leisten. Sie wollen über Party-Aufrufe in sozialen Netzwerken informieren. Mit einem Infobrief sollen Lehrer und Schüler besonders sensibilisiert werden und Tipps und Hinweise zu diesem Thema erhalten. 

Polizeibeamte und Mitarbeiter des Ordnungsamtes wollen die Entwicklung in sozialen Netzwerken und an entsprechenden Örtlichkeiten in Kassel an den kommenden Wochenenden ganz besonders im Blick behalten. Größere spontane Feiern, insbesondere wenn sie einen unfriedlichen Verlauf nehmen, soll es in Zukunft nicht mehr geben.

Und wo darf man feiern, ohne Ärger zu bekommen?

Schüler, die gemeinsam mit anderen ihren Schulabschluss feiern wollen, erhalten Auskünfte zu möglichen Örtlichkeiten beim Ordnungsamt der Stadt Kassel unter Tel. des Service-Centers: 05 61/115.

Hinweise auf mögliche Feiern, die an nicht angemeldeten oder nicht angemieteten Orten stattfinden sollen, nimmt die Kasseler Polizei unter der Tel. 0561/9100 entgegen. Zudem können sich Schüler und Jugendliche bei Fragen jeglicher Art an die Jugendkoordinatoren der Polizei oder an das Team des Polizeiladens in der Wolfsschlucht unter Tel. 0561/17171 wenden. 

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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