Brandursache noch unklar

Nach dem Großbrand: Heute kommen die Brandermittler

Völlig zerstört: 20 Stunden waren Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren mit der Brandbekämpfung im Industriepark Waldau beschäftigt. Am Samstag löschte die Oberzwehrener Feuerwehr (Foto) immer wieder aufglimmende Brandnester. Foto: Fischer

Waldau. Tag drei nach dem Großbrand im Industriegebiet Waldau, der einen Millionenschaden verursacht hat: Heute soll der Bereich so weit gesichert werden, dass die Brandexperten des Landeskriminalamts aus Wiesbaden ihre Arbeit aufnehmen können. Der Firmenkomplex ist von der Polizei beschlagnahmt.

Die Brandermittler der Kriminalpolizei konnten am Wochenende die Stelle, an der das Feuer ausgebrochen war, noch nicht untersuchen. Für diesen Teil der Halle bestand Einsturzgefahr. Die Feuerwehr spricht mittlerweile von einem Schaden von mindestens zehn Millionen Euro - es können aber noch wesentlich mehr werden. Wie es für die 150 Mitarbeiter der Firma Neways weitergeht, dazu war am Wochenende noch nichts zu erfahren.

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Am Sonntag offenbarte sich das ganze Ausmaß des Schadens: Ein riesiges Loch hat das Feuer in die Hallenfassade gefressen. Auch das Dach hat unter der extremen Hitze der Flammen nachgegeben. Völlig verkohlte Metallteile, Regale und anderer Brandschutt waren im Inneren der einstigen Lager- und Produktionshalle der Firma Neways zu sehen.

20 Stunden lang hatten die Kasseler Berufs- und freiwilligen Feuerwehren ab Freitagabend auf dem Firmengelände an der Wilhelmine-Reichard-Straße im Industriepark Waldau mit der Brandbekämpfung zu tun. Wie berichtet, war das Feuer gegen 18.30 Uhr ausgebrochen. Zwar hatten die 100 Einsatzkräfte den Brand um kurz vor 21 Uhr so weit unter Kontrolle, dass er sich nicht weiter ausbreiten konnte. Die erlösende Meldung „Feuer aus“ kam aber erst am Samstagnachmittag, sagt Feuerwehrsprecher Ralf Krawinkel.

Tagsüber waren immer wieder Glutnester im Brandschutt aufgeflammt. Schon in der Nacht zu Samstag war ein Bagger angefordert worden, um einen Teil der bereits vom Brand beschädigten Fassade abzureißen. Sonst hätten die Feuerwehrleute nicht alle brennenden Stellen erreichen können. Am Samstag kam der Bagger erneut zum Einsatz, um das herabgestürzte Blechdach, das noch glimmende Isolierstoffe unter sich begraben hatte, freizulegen und endgültig zu löschen.

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Vom Feuer weitgehend unbeschadet blieb der Verwaltungstrakt des Elektronikherstellers Neways. Doch nicht nur das Gebäude ist zerstört, auch die dort gelagerten Elektronikteile sind verbrannt, und die Produktion muss vorerst stillstehen.

Mit schlimmen Befürchtungen war dann die Kasseler Feuerwehr in der Nacht zu Sonntag, als der Brandmelder im Neways-Gebäude gegen 2 Uhr erneut auslöste, nochmals nach Waldau ausgerückt. „Zum Glück handelte es sich um einen Fehlalarm“, sagt Feuerwehrsprecher Krawinkel. Sein 26-jähriger Kollege, der bei dem Einsatz am Freitag als einer der ersten in das brennende Gebäude ging und leichte Verbrennungen erlitt, ist noch krankgeschrieben. Es gehe ihm aber schon wieder gut. (rud/rpp)

Von Katja Rudolph

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