Zusammen mit zwanzig weiteren Leichen

Nach 93 Jahren: Kasseler Soldat aus Stollen geborgen

Kassel. 93 Jahre lang lag er in einem verschütteten Stollen: Nun wurde die Leiche des Kasseler Landsturmmanns Karl Müller zusammen mit 20 weiteren Leichen im Elsass gefunden. Sie lagen im so genannten Kilians-Stollen, der früher als Stellung diente.  

Der Kasseler Karl Müller (geboren 21.9.1888) wurde im Ersten Weltkrieg bei einem französischen Granatangriff im Elsass südlich von Kassels Partnerstadt Mulhouse getötet. Nun werden die Soldaten vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge geborgen. Sie werden jetzt auf der Krieggräberstätte Illfurth im Elsass beigesetzt.

Hinweise zu Karl Müller? Schreiben Sie uns an kassel@hna.de   

Ob der Kasseler Karl Müller noch lebende Familienangehörige in der Stadt oder Region hat, weiß man beim Volksbund nicht. Nach so langer Zeit sei es schwierig, Angehörige zu finden. Nachforschungen will man jetzt zusammen mit Regierungsbehörden in Berlin aufnehmen.

Bislang hat man nur Kontakt zu der Familie des Feldwebels August Hütten, der aus Aachen stammt. Die deutschen Soldaten hatten den so genannten Kilians-Stollen als Stellung ausgebaut. Er war 125 Meter lang und sechs Meter tief und wurde als Stellung benutzt. Der Stollen galt als sicher.

Bei einem Beschuss der Franzosen mit Granaten stürzte er am 18. März 1918 dennoch teilweise ein und begrub insgesamt 34 deutsche Soldaten. 13 konnten damals sofort geborgen werden - die anderen galten bisher als offiziell vermisst. (tho)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.