Nach Kritik: Oberbürgermeister verteidigt Fördergeld für Wintershall-Kita

Neubau der Wintershall-Kita: Dass das Unternehmen dafür eine öffentliche Förderung erhält, rief lautstarke Kritik hervor.

Kassel. Wintershall bekommt für seine neue Betriebs-Kita eine halbe Million Euro Fördergeld, obwohl der Konzern im vergangenen Jahr einen Milliardengewinn einfuhr. Daran hatte sich eine heftige Debatte entzündet. Nun äußert sich Oberbürgermeister Bertram Hilgen: Er kann die Kritik nicht nachvollziehen.

Unter anderem der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Dachverband der freien Kita-Träger in Kassel (Daktis) hatten kritisiert, dass mit Wintershall ein Konzern von 500.000 Euro Steuergeld profitiere, der 2010 fast eine Milliarde Gewinn gemacht hatte und in seiner Kita ausschließlich Plätze für Kinder von Firmenmitarbeitern schaffe.

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Der Förderbescheid des Landes war von Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) überreicht worden. Diese Förderung aus einem EU-Fonds „sei richtig und angemessen“, sagte der OB. Mit dem Bau der Betriebs-Kita werde die Stadt beim Bereitstellen von Kita-Plätzen im U 3-Bereich entlastet.

Hilgen stellte klar, dass die Stadt für Betriebs-Kitas keine Betriebskosten zahle. Diese Praxis unterscheide sich von der Förderung der Einrichtungen anderer freier Träger. Auch die geplante Gründung einer internationalen Schule in Kassel durch Wintershall zeige, wie sehr sich das Unternehmen in der Region verankert fühle. Dafür erhalte es die Unterstützung der Stadt.

Auch auf HNA Online wurde das Thema kontrovers diskutiert. So schrieb "Klatsche": "Wenn ein Viertel der Gesamtkosten aus EU-Mitteln (Geld der Steuerzahler) bezuschusst wird, dann hat auch die Allgemeinheit das Recht, ein Viertel der Kindergartenplätze zu nutzen - und nicht 100% nur für Kinder von Wintershallbeschäftigten." Und Besucher Schmid schrieb: "Diese Vergabepraxis wäre dann statthaft, wenn kleinere Betriebe auch die Möglichkeit hätten, Zuschüsse zur Unterstützung ihrer Mitarbeiter für die Kitas durch konkrete Anträge bei der EU zu erhalten." (bal/rpp)

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