„Ich wusste von Anfang an, dass ich den Ermittlern vertrauen kann"

Yaren Savasci hat nach dem Mord an ihrer Mutter ein enges Verhältnis zur Polizei

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„Ich wusste, dass ich den Ermittlern vertrauen kann“: Die 20-jährige Yaren Savasci baute nach dem Mord an ihrer Mutter eine enge Beziehung zu der Kripo auf.  

Kassel. Yaren Savasci hat ein besonders enges Verhältnis zur Kasseler Kriminalpolizei. Die Nähe zu den Ermittlern des Kommissariats 11 hat allerdings einen traurigen Grund.

Yarens Mutter Mehtap Savasci wurde am 7. Oktober 2014 zunächst vor ihrer Wohnung im Kasseler Stadtteil Wehlheiden entführt, bei Felsberg mit zwei Schüssen ins Herz getötet und anschließend in einem Kleingarten in Wiesbaden verscharrt.

Der ältere Bruder von Mehtap Savasci, also Yarens Onkel, wurde am 22. Oktober 2015 vor der Sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes an seiner Schwester verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte die Revision, die die Verteidiger des Angeklagten eingelegt hatten, verworfen. Damit ist das Urteil rechtskräftig bestätigt.

„Ich wusste von Anfang an, dass ich den Ermittlern vertrauen kann. Ich wusste, dass meine Mutter gefunden und dass der Täter überführt wird“, sagt die heute 20-Jährige. Von daher sagte sie sofort zu, bei der „Danke-Polizei-Aktion“ der HNA mitzumachen.

Zwei Tage, nachdem ihre Mutter verschwunden war, habe sie zum ersten Mal Kontakt zum K11 gehabt. Besonders Ermittler Horst Cäsa sei ihr im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen, sagt Yaren Savasci. Der Kriminaloberkommissar habe ihr angeboten, dass sie ihn jederzeit anrufen könne, wenn sie Hilfe benötige, beziehungsweise mit jemandem sprechen müsse.

Die Ermittler hätten sie auch zu ihren Großeltern begleitet, um denen gemeinsam die Nachricht vom Tod der Mutter zu überbringen. Die Polizisten begleiteten sie auch an einen geheimen Ort, wo sie in Sicherheit vor dem damals noch mutmaßlichen Täter gebracht wurde.

„Das war alles ganz schlimm für mich, trotzdem habe ich versucht, einen klaren Kopf zu behalten“, sagt Yaren Savasci. Für sie sei es sehr gut gewesen, dass die Ermittler einerseits sehr einfühlsam mit ihr umgegangen seien, sie andererseits aber auch wie eine Erwachsene behandelt hätten.

Auch während des Prozesses gegen ihren Onkel vor dem Kasseler Landgericht hätten sie die Ermittler noch angerufen und sich bei ihr erkundigt, ob alles in Ordnung ist, sagt die 20-Jährige. „Sie haben auch immer kontrolliert, ob eine Gefahr für mich besteht.“

Schon vor dem Mord an ihrer Mutter habe sie ein gutes Bild von der Polizei gehabt, sagt die junge Frau. „Die Polizei war schon immer eine Beschützerarmee für mich.“ Dieses Gefühl sei durch den Schicksalsschlag nur weiter bestärkt worden. „Ich habe gesehen, dass die Beamten mit Herz und Verstand arbeiten. Ich habe gesehen, dass sie wirklich etwas erreichen wollen.“ Den Kontakt zur Polizei wird Yaren Savasci wohl auch später nicht verlieren. Im Oktober dieses Jahres will die junge Frau mit ihrem Jura-Studium mit Schwerpunkt Strafrecht beginnen.

Die Aktion "Danke, Polizei"

Polizisten sehen sich Beschimpfungen und Gewalt ausgesetzt - und erhalten selten ein Danke dafür. Wir wollen das ändern. Am Freitag, 21. April, rufen wir den Dankeschön-Tag für Polizisten aus. Schicken Sie uns ihre Danksagung an online@hna.de. Die gesammelten Einsendungen übergeben wir am Freitag der Polizei. 

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