Fahndung nach Serientäter

Neuer Fall: 14-Jährige erkannte falschen Polizisten auf Phantombild

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Wer kennt diesen Mann? Die Polizei fahndet nach einem Sexualstraftäter, der sich als Polizist ausgibt. Foto: Polizei

Kassel. Der Serientäter, der sich als falscher Polizist ausgibt und bei angeblichen Durchsuchungen junge Mädchen begrabscht, ist offenbar wieder aktiv. Ein Jahr lang wurden keine neuen Fälle angezeigt. Am Montag hat ein junger Mann eine 14-Jährige mit derselben Masche angesprochen und unsittlich berührt.

Der Zwischenfall soll sich auf einem Weg zwischen Heinrich-Schütz-Allee und Leuschnerstraße abgespielt haben.

Nun sind dem Mädchen drei Phantombilder vorgelegt worden, die die Polizei zur Fahndung in der Straftatenserie angefertigt hatte. Die Reihe der Taten - inzwischen über 20 an der Zahl - begann bereits 2009 in Fulda und dem Vorort Petersberg (Osthessen). Ab 2011 wurden auch zwölf Taten in Kassel angezeigt. Die 14-Jährige - das 13. Opfer aus Kassel - erkannte auf einem der Fahnungsbilder Ähnlichkeiten mit dem Mann, der sie am Montag belästigt hatte. Der angebliche Drogenfahnder habe jetzt lediglich längere Haare gehabt, sagte die Schülerin gegenüber der Polizei.

Das Phantombild, auf dem sie den Täter wiedererkannte, wurde im März 2013 nach der Beschreibung einer Elfjährigen angefertigt, die am Walter-Schücking-Platz von dem falschen Polizisten angesprochen worden war. Die Haare könnten seitdem also gewachsen sein.

„Wir gehen aufgrund der Täterbeschreibung, dem Verhalten bei der Tat und dem Tatort, der wie in den anderen Fällen im Radius von zweieinhalb Kilometern um den ICE-Bahnhof liegt, davon aus, dass es sich um ein- und denselben Täter handelt“, sagt Kriminalhauptkommissar Matthias Ullrich vom K12 der Kasseler Kripo. Allerdings könne man auch nicht ausschließen, dass es sich um einen Trittbrettfahrer handele, der sich derselben Masche bediene.

Die Kasseler Kripo hofft für ihre weiteren Ermittlungen auch auf Hinweise von Zeugen. Sie bittet vor allem zwei Spaziergänger mit Hund, die am Montag gegen 14.15 Uhr auf dem Fuß- und Radweg zwischen Heinrich-Schütz-Allee und Leuschnerstraße unterwegs waren, sich zu melden. Der Täter hatte von der Schülerin abgelassen und war geflüchtet, als er die sich nähernden Fußgänger erblickte.

Täterbeschreibung: etwa 20 Jahre alt. 1,75 Meter groß, schlank, zehn Zentimeter lange, herunterhängende dunkelblonde Haare, dunkel gekleidet mit Jeans und Langarm-Shirt. Er sprach akzentfrei Deutsch. (rud)

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/9100.

Wie sollten sich junge Frauen verhalten, falls der Täter sie anspricht? Das rät die Polizei:

• Dienstausweis zeigen lassen. Echte Polizisten haben immer ihren Dienstausweis dabei. Wirkliche Polizisten sind zudem in der Regel zu zweit unterwegs. Durchsuchungen von Frauen werden ausschließlich von Polizistinnen vorgenommen.

• Wer sich verfolgt fühlt, sollte die Öffentlichkeit suchen: an eine Haltestelle oder in ein Geschäft gehen. Gezielt Passanten auf die eigenen Notlage aufmerksam machen und im Notfall laut um Hilfe rufen.

• Die Polizei unter 110 alarmieren. Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel anrufen als zu lange zu zögern. (rud)

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