Gewerkschaft will Druck auf Arbeitgeber erhöhen

Nach Problemen mit Paketen und Briefen: Post setzt mehr Zusteller im Raum Kassel ein

Kassel. Nach der Kritik an der schleppenden Brief- und Paketzustellung der Post im Raum Kassel will das Unternehmen reagieren und insgesamt 150 neue Zusteller vor Weihnachten beschäftigen.

Kranke, die auf dringend benötigte Medikamente warten, Geburtstagspäckchen, die erst nach dem Ehrentag eintreffen, innerhalb Deutschlands verschickte Postkarten, die mehr als fünf Tage unterwegs sind: Die Kritik von Betroffenen an der Post- und Paketzustellung im Raum Kassel reißt nicht ab. Für das angelaufene Weihnachtsgeschäft steht zu befürchten, dass sich die Situation noch verschärft, zumal die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erneut erhöhen will.

Wie Thomas Kutsch, Sprecher der Deutschen Post DHL Group, auf Anfrage berichtet, werden nun im Versorgungsbereich der Niederlassung Kassel (umfasst Großräume Kassel und Fulda) zusätzlich 150 Zustellbezirke eingerichtet. Der neue Zuschnitt gehe mit mindestens 150 zusätzlichen Zustellern einher, etwa 20 seien es in Kassel. Diese sollen bis 23. Dezember die Spitzen im vorweihnachtlichen „Starkverkehr“ bei der Paket- und Briefzustellung abdecken.

Wegen der Streiks im privaten Speditions- und Logistikgewerbe blieben bereits tausende Pakete bei DHL und anderen Zustelldiensten liegen. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Am Freitag wurde auch die zweite Verhandlungsrunde um einen neuen Lohn- und Gehaltstarifvertrag ergebnislos vertagt. Verdi kündigt an, dass mit weiteren Streikaktionen im Raum Kassel zu rechnen sei. Die nächsten Verhandlungen für die Mitarbeiter in Paketzustellung, Logistik, Lagerei, Möbeltransport sowie bei Zulieferern und Speditionen sind für Freitag angesetzt, sagt Gewerkschaftssekretär Roland Blumenauer. Hessenweit zählt die Branche etwa 50.000 Mitarbeiter.

Arbeitsniederlegungen gibt es derzeit auch bei Amazon: Verdi setzte am Montag beim weltweit größten Versandhändler die in der vergangenen Woche erneut aufgenommenen Streiks fort, so auch am Standort Bad Hersfeld. Hier zielen die Aktionen auf den Abschluss eines Tarifvertrages ab.

Service: Weihnachtspost: So kommt sie an

Folgende Einlieferungsschlusszeiten nennt die Post, damit Weihnachtspost bis 23. Dezember zugestellt werden kann (ohne Premium-Services):

Versand von Briefen und Postkarten:

  • nach Deutschland: bis 21. Dezember
  • europäische Länder: bis 12. Dezember
  • außerhalb Europas: bis 7. Dezember

    Versand von Paketen und Päckchen (DHL):
  • nach Deutschland: bis 21. Dezember
  • Nachbarländer: bis 15. Dezember
  • sonstige europäische Länder: bis 11. Dezember
  • außerhalb Europas: bis 1. Dezember.

    Info: 0180 / 6345 300-3, www.dhl.de/express/laufzeiten

Video: Der Weg eines Pakets - So funktioniert die Zustellung

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.