Nach Randale: Hauptfriedhof wird um 17 Uhr geschlossen - Spende für Schließdienst

Kassel. Nachdem Unbekannte vor zwei Wochen 16 Gräber auf dem Kasseler Hauptfriedhof verwüstet haben, wird die Anlage in der Nordstadt jetzt wieder mit Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen. Zumindest vorerst.

Die Tore zum Friedhof werden morgens um 7.30 Uhr von Mitarbeitern der Friedhofsverwaltung geöffnet, sagt deren Leiter Jürgen Rehs, und mit Einbruch der Dunkelheit um 17 Uhr von einem Schließdienst wieder verschlossen. Das kostet monatlich 650 Euro. Eigentlich hat die Friedhofsverwaltung kein Geld für den Schließung. Der Etat der Friedhofsverwaltung untersteht einer Haushaltssperre.

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Nachdem sich Rehs in der HNA über die finanziellen Schwierigkeiten geäußert hatte, kam Jürgen Rödiger aus Kassel auf die Idee, dem Friedhof 1000 Euro zu spenden. Er sei erschüttert gewesen, als er von dem Vandalismus auf dem Hauptfriedhof gelesen habe, sagt der 66-jährige Rödiger. Sein Lebensgefährte starb vor eineinhalb Jahren und wurde auf dem Hauptfriedhof beigesetzt. Rödiger ging umgehend zum Grab seines Lebensgefährten, um zu schauen, ob noch alles in Ordnung ist. Er hatte Glück, die Grabstätte war nicht verwüstet worden.

Jürgen Rödiger kann aber den Schmerz nachvollziehen, den Angehörige von verwüsteten Gräbern empfinden müssen. „Eine Grabschändung vergleiche ich mit einen Wohnungseinbruch“, sagt der 66-Jährige. Dabei sei der materielle Schaden zweitrangig. Schlimmer sei, dass ein geschützter Raum der Toten zerstört werde. „Der seelische Schmerz für die Trauernden wird dadurch noch größer.“

Fotos: Grabschänder wüteten auf Hauptfriedhof

Grabschänder wüteten auf Kasseler Hauptfriedhof

Mit der Spende von 1000 Euro wird der Schließdienst jetzt bis Ende Januar bezahlt. Was danach passiert, darüber will Rehs mit Dekanin Barbara Heinrich sprechen. Der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden ist Träger der Kasseler Friedhöfe.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Knöll gibt es derzeit noch keinen Hinweis auf die Täter, die vor zwei Wochen die Gräber verwüstet haben. Allerdings werde versucht, von einem Stein DNA-Material zu sichern. Hinweise an die Polizei unter Tel. 0561/910-0.

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