Martin-Luther-King-Schule vermisst Klimaanlage

Nach Sanierung an Martin-Luther-King-Schule: Hitze hinter der Fassade

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Sieht schön aus und schafft Probleme: Die bunten Fensterelemente (Hintergrund) heizen sich bei Sonneneinstrahlung so stark auf, dass die Schüler im Sommer in ihren Klassen unter Hitze leiden - hier sind es (von links) Ebru Tanrikut, Davud Yasar, Dominik Gesslauer und Jan Zengler.

Kassel. Von außen betrachtet ist das Gebäude der beruflichen Martin-Luther-King-Schule ein echtes Schmuckstück geworden. Im Inneren gestaltet sich aus diesem Grund der Unterricht zeitweise als Qual.

In einem ersten Sanierungsabschnitt hat die Schule 2010 eine neue moderne Fassade bekommen. Die ist nicht nur energetisch wirksam und hält die Wärme im Haus, sondern mit ihren die Fenster flankierenden farbigen Elementen sieht sie außerdem gut aus. Diese Schmuckelemente aber sind jetzt die Ursache für ein großes Problem in der Schule: Wirkt nämlich Sonne auf die Farbflächen ein, heizen sich diese nachweislich auf bis zu 52 Grad Celsius auf. Das führt dazu, dass sich in den Klassenräumen die Raumtemperatur ebenfalls extrem erhöht.

„Das Unterrichten war im Sommer bei Raumtemperaturen um 27 Grad Celsius an der Grenze des Erträglichen“, sagt Schulleiter Heinz-Jürgen Franzbach. Zwar lassen sich die Fenster durch Jalousien verschatten, aber die Farbelemente bleiben ausgespart. Franzbach: „Das kann nicht so bleiben, ich habe schließlich eine Fürsorgepflicht gegenüber Schülern und Lehrern.“ Das eigentliche Problem bestehe darin, dass die Sanierung der King-Schule nach dem ersten Bauabschnitt unterbrochen wurde. Was in den meisten Räumen fehlt, ist eine Belüftung beziehungsweise eine Klimaanlage.

Den Sommer 2011 hielt die King-Schule noch ohne zu murren durch. In diesem Sommer begann Franzbach mit Messungen. Die ergaben sogar nachts Raumtemperaturen von bis zu 30 Grad. Der Hausmeister ging dazu über, vor Schulbeginn sämtliche Fenster zu öffnen und durchzulüften. Das habe für die frühen Schulstunden Linderung gebracht. Im Tagesverlauf seien die Temperaturen jedoch wieder angestiegen.

Nach Protesten der Schule wurde vom städtischen Amt für Gebäudewirtschaft im Erdgeschoss eine provisorische Lüftung eingebaut worden. Doch die meisten der 2200 Schüler und 85 Lehrer schwitzten weiter. Zwar müsse man im Winter „ganz wenig heizen“, aber es bestehe keine Möglichkeit, überschüssige Wärme abzuführen, sagt Franzbach.

Aus dem 60-Millionen-Euro- Sonderinvestionspaket, das die Stadt Kassel ab 2009 zum größten Teil für die Sanierung von Schulen verwendet hat, sollten ursprünglich 10,6 Millionen Euro in die King-Schule fließen. Letztlich verbaut wurde knapp die Hälfte. Für die Zukunft macht Schuldezernentin Anne Janz wenig Hoffnung: Aufgrund der Kreditbegrenzung für die Stadt habe man die Fortsetzung der Sanierung bisher nicht im Haushalt veranschlagen können.

Von Christina Hein

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