Aufhübschung hat 14,9 Millionen Euro gekostet

Nach der Sanierung: Immer mehr Geschäfte an der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel

Die Friedrich-Ebert-Straße kommt bei den Bürgern gut an: Zwei Jahre nach Abschluss der Sanierungsarbeiten sind die positiven Auswirkungen spürbar. Anliegende Geschäfte und Anwohner fühlen sich wohl. Unser Foto entstand in Höhe Friedrich-Engels-Straße.

Kassel. Immer mehr neue Geschäfte haben in den vergangenen Monaten im Bereich der östlichen Friedrich-Ebert-Straße (FES) neu eröffnet.

Simone Mäcklar vom „Stadtbüro – Quartier im Wandel“, welches den aufwendigen Umbau der Straße begleitet hat, schätzt die Neuansiedlungen der vergangenen Monate auf mindestens zwei Dutzend. „Das ist richtig super.“

GESCHÄFTE-MIX

Die Geschäfte im Bereich zwischen Ständeplatz und Annastraße böten eine „gute Mischung“, sagt Simone Mäcklar. Es reihen sich Lebensmittelmarkt an Apotheke, Cocktail-Bar an Buchhandlung, Druckerei an Optiker. Man bekomme an der FES alles, was man täglich benötige, könne essen und feiern, und einige Bonbons in Form von exklusiven Geschäften gebe es oben drauf, so Mäcklar.

WILLKOMMEN

Der jüngste Zugang im Bereich der Haltestelle Karthäuserstraße ist das Küchenstudio Marquardt an der Friedrich-Ebert-Straße 15. In dem markanten Eckladen war zuvor ein Outdoor-Geschäft. Jetzt hat hier „Deutschlands Nr. 1 für Küchen mit Granit“ ihre Kasseler Filiale eröffnet. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Standort“, sagt Studioleiterin Natascha Kratz nach nicht einmal einen Monat vor Ort. „Wir haben Laufkundschaft und einen guten Umsatz.“ Mit einem Präsentkorb voller Ahler Würschte hatte auch Nachbar Ernst-Karl Lenz, Inhaber der Druckerei Julius Kress, Marquardt-Geschäftsführer Oliver Barth willkommen geheißen. Auch das Kasseler Traditionsunternehmen Kress war nach Abschluss der Straßenbauarbeiten von der Jordanstraße an die FES gezogen.

Vor Monaten hatten die Optiker Wetzel und Zeiss-Optik an der Ebert-Straße eröffnet. Der Friseur „Gradlinig Cassel“ ist ebenfalls ein Neuzugang. Nachdem die Straße aufgehübscht war, hatte auch die Bäckerei Kamps im attraktiv sanierten Bürohochhaus an der Ecke Karthäuserstraße eröffnet. Highlight ist die im Rahmen der FES-Verschönerung entstandene Terrasse.

FÖRDERPROGRAMM

Der citynahe Abschnitt der Eberth-Straße war noch nie so belebt und beliebt wie heute. Vor zwei Jahren waren die aufwendigen Sanierungsarbeiten feierlich abgeschlossen worden. Die FES war mit Geld aus dem Städtebauförderprogamm „Aktive Kernbereiche“ im großen Stil aufgemöbelt worden. Über Jahre mussten Anwohner und Geschäftsleute Beeinträchtigungen und Sperrungen ertragen. Heute sagten die meisten: Es hat sich gelohnt, so Mäcklar. Einige, wie das Restaurant Da Toni, haben die Zeit der Arbeiten genutzt, um ebenfalls zu renovieren. Heute verfügt das italienische Restaurant über einen neuen Wirtschaftsgarten direkt am Boulevard. Der trägt selber zur Aufenthaltsqualität der Straße bei. Zurzeit laufe noch ein Förderprogramm, bei dem Eigentümer einen Zuschuss für eine Fassadenrenovierung bekommen.

PREISGEKRÖNT

Mehrere Preise hat das Ergebnis der Verschönerung eingeheimst, unter anderem beim Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“. Außerdem gab es den Verkehrsplanungspreis der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung.

Wie sich zeigt, war die Investition in Straßenbäume, Radwege, Sitzecken und mehr nicht nur theoretisch ein Erfolg. Auch in der Praxis erweist sie sich als gelungen. Das, was wir uns erhofft haben, ist eingetroffen“, sagt Mäcklar: ein positiver Domino-Effekt. Eine Verschönerung zieht die nächste nach sich.

Zufrieden an der Friedrich-Ebert-Straße: Unser Foto zeigt Simone Mäcklar vom Stadtbüro (Mitte) und die beiden Leiterinnen des Küchenstudios Marquardt, Anja Rechlin und Natascha Kratz (von links). Im Hintergrund links das Küchenstudio. Foto: Hein

14,9 Millionen Euro für die Sanierung

Von 2008 bis Ende 2015 sind 14,9 Millionen Euro in Straßenbaumaßnahmen rund um die Friedrich-Ebert-Straße geflossen. Das sind Mittel von Bund, Land, Kommune, Anliegern und der EU. Es wurden 40 verschiedene Maßnahmen im Quartier Friedrich-Ebert-Straße realisiert, unter anderem gefördert vom Landesprogramm „Aktive Kernbereiche“. Dieses hat zum Ziel, die Qualität von Innenstädten zu stärken und weiterzuentwickeln. Danach sollen Einzelhandel, Wohnen, Kultur, Freizeit, Erholung und Verkehr als Gesamtheit betrachtet werden. Die Arbeiten an und auf der FES zwischen Bebel- und Ständeplatz sind in vier räumlichen Abschnitten vorgenommen worden. Die „Östliche Friedrich-Ebert-Straße“ erstreckt sich vom Ständeplatz bis zur Annastraße.

Das steht im Abschlussbericht

Im Monitoringbericht des Stadtbüros zur Ebert-Straße heißt es: „Die positiven Effekte innerhalb des bisherigen Zeitraums der Stadtsanierung wie etwa die Erhöhung der Bevölkerungszahl, die Reduzierung des Leerstands oder der Zuzug von Unternehmen und qualitativ hochwertigen Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben sind sichtbar für die Öffentlichkeit sowie für kapitalkräftige Projektentwickler und Eigentümer.“

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