Er hatte einen Mann in den Oberschenkel geschossen

Nach Schüssen am Kasseler Stern: 27-Jähriger ist wieder auf freiem Fuß

Kassel. Der 27 Jahre alte Schütze vom Stern, der am 27. November 2015 zur Mittagszeit auf offener Straße einen damals 25-Jährigen in den Oberschenkel geschossen hatte, ist wieder auf freiem Fuß.

Als Auslöser für die Auseinandersetzung auf der Unteren Königsstraße, in der zwei Schüsse fielen, hatte die Staatsanwaltschaft Drogengeschäfte zwischen dem Libyer und dem verletzten Marokkaner vermutet. Das Motiv für den Streit konnte jedoch vor Gericht nicht geklärt werden.

Der 27-jährige hatte den Einsatz seiner Schusswaffe gestanden und war Ende Oktober 2016 vom Amtsgericht Kassel wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Dieses Urteil hat nun der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt aufgehoben. Vom Vorwurf der versuchten gewerbsmäßigen unerlaubten Abgabe von Betäubungsmitteln war er freigesprochen worden, weil jetzt auch Notwehr geprüft werden muss.

In der JVA Kassel I hatte der Verdächtige seit seiner Festnahme im Januar 2016 in Untersuchungshaft gesessen. Dort war er wegen Fluchtgefahr auch nach dem Richterspruch vom Oktober geblieben. Durch die von ihm eingelegte Revision hatte das Amtsgerichtsurteil bislang keine Rechtskraft erlangt. Nach der erfolgreichen Revision hatte der 27-Jährige Haftbeschwerde eingelegt und wurde in der vergangenen Woche durch einen Beschluss des Landgerichts Kassel aus dem Gefängnis entlassen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied.

Ob der 27-jährige Libyer überhaupt wieder ins Gefängnis muss, wird sich nach einem neuen Prozess vor einer anderen Kammer des Amtsgerichts zeigen. Denn diese soll nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts nicht nur das Strafmaß überprüfen, sondern den Prozess vielmehr ganz von vorn aufrollen. Auch über die Kosten dieses Revisionsverfahrens muss neu entschieden werden. 

Rubriklistenbild: © Fischer

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