Anklage wegen Hehlerei

Nach Schuss auf Juwelier: Angeklagter erschien nicht zu seinem Prozess

Kassel. Strafkammer, Fernsehkameras und Pressevertreter warteten vergeblich: Bei der Verhandlung vor dem Landgericht wegen Hehlerei gegen einen 52-jährigen Gold- und Schmuckhändler aus Kassel erschienen am Donnerstag weder der Angeklagte noch sein Verteidiger.

Auch Richter Rinninsland hatte keine Informationen, warum beide unentschuldigt fehlten, das klärte sich erst später. Staatsanwältin Richter erhielt die Information, dass der Angeklagte wieder im Krankenhaus liegt.

Hintergrund: Bei einem Überfall an der Leipziger Straße in Bettenhausen hatte der Inhaber eines Goldankauf-Geschäftes in der Kasseler Innenstadt einen Streifschuss am Kopf davon getragen. Die Ermittlungen der Kripo nach einem kräftigen etwa 1,85 Meter großen Mann mit Vollbart und südländische Aussehen blieben bisher ergebnislos.

Der 52-jährige steht wegen Hehlerei vor Gericht. Er soll sein legales Geschäft als Deckmittel für den Ankauf von Schmuck im Wert von über 140.000 Euro aus Wohnungseinbrüchen und einem Trickdiebstahl in Bad Wildungen genutzt haben. Teilweise soll er die rumänischen Diebesbanden selbst zu lohnenden Einbruchszielen geschickt haben. Drei Rumänen waren im Vorjahr zu Haftstrafen verurteilt worden, weil sie das Auto des Schmuckhändler ausgebrochen und Schmuck für knapp 40.000 Euro gestohlen hatten.

Auch bei dem Überfall in Bettenhausen könnte es um im Auto deponierten Schmuck gegangen sein.

Richter Rinninsland will jetzt die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagte prüfen lassen, der nach dem Kopfschuss am 15. Februar operiert worden war. In den vergangenen Tagen habe er mehrfach beim Angeklagten wegen dessen Gesundheitszustandes nachgefragt, aber keine Antwort erhalten, sagte der Richter. Nächster geplanter Verhandlungstag ist Donnerstag, 1. März, ab 13 Uhr.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Wolfram Stein

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