Nach Schuss am Mattenberg: Opfer weiterhin im Krankenhaus

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Viele Anwohner sind verunsichert: An der Kronenackerstraße ist in der Nacht zu Samstag einem 36-Jährigen vor seiner Haustür ins Bein geschossen worden. Der Täter ist danach geflüchtet.

Kassel. Der 36-jährige Mann, der in der Nacht zu Samstag vor seiner Haustür an der Kronenackerstraße angeschossen wurde, ist nach wie vor im Krankenhaus. Er habe noch Schmerzen, lebensbedrohlich sei die Beinverletzung jedoch nicht, berichtete Montag seine Frau gegenüber der HNA.

„Aber er ist natürlich fix und fertig.“ Ein 7,65 Millimeter großes Projektil war dem 36-Jährigen noch in der Nacht aus der Fleischwunde am rechten Bein unterhalb des Knies geholt worden. Seiner 33 Jahre alten Frau sitzt der Schrecken über den nächtlichen Angriff auf ihren Ehemann auch noch in den Knochen. „Ich habe Angst“, gibt sie unumwunden zu. Sie sei froh, dass nichts Schlimmeres passiert sei. „Gott sei Dank hat der Täter nur das Bein getroffen.“ Was noch alles hätte passieren können, mag sich die Mutter eines sieben Jahre alten Sohnes nicht ausmalen. Um das Kind nicht zu verunsichern, hätten sie und ihr Mann ihm erzählt, er sei von der Leiter gefallen.

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Seit fünf Jahren lebt die Familie an der Kronenackerstraße, der 36-Jährige ist Inhaber einer Gaststätte. „Ich habe mich hier immer wohlgefühlt und sicher“, sagt seine Frau. „Jetzt kann ich mich erst wieder sicher fühlen, wenn der Täter geschnappt ist.“ Sie könne sich nicht erklären, warum auf ihren Mann geschossen wurde.

Ermittlungen laufen

Zu den Hintergründen der Tat haben Polizei und Staatsanwaltschaft noch keine Erkenntnisse. Ermittelt wird wegen einer versuchten Tötung.

Gegen 1.45 Uhr hatte sich die Tat ereignet. Der 36-Jähriger war auf dem Nachhauseweg, hatte kurz zuvor seine Gaststätte geschlossen. „Ich wollte gerade ins Bett gehen und habe den Knall gehört, aber natürlich nicht gedacht, dass da jemand auf meinen Mann geschossen haben könnte“, sagt die 33-Jährige. Dann habe sie ihn im Treppenhaus schreien hören und sei zu Hilfe geeilt.

Anwohner verunsichert

Im Quartier ist die Tat vom Wochenende Gesprächsthema. Einige Anwohner sind verunsichert, andere bleiben gelassen. „Ich wohne schon so lange hier, mir ist auch jetzt nicht bange“, sagt Horst Brenzel. „Idioten gibt es immer“, sagt der 71-Jährige lakonisch, der schon am Mattenberg groß geworden ist.

„Schießereien sind hier öfters Thema“, sagt Ingo Bräuer, der aus dem Stadtteil stammt. Gerade am Rewe, wo sich Leute zum Trinken treffen, werde häufiger mit Waffen hantiert. „Da sind ein paar Chaoten dabei, die denken wahrscheinlich gar nicht darüber nach, wenn die eine Pistole ziehen.“ Er habe lange gedacht, es handele sich nur um Schreckschusswaffen - offenbar seien aber auch scharfe dabei.

Eine 55-Jährige, deren Sohn 2009 bei einer Schießerei am Mattenberg schwer verletzt worden war, hat die Tat von der Nacht zu Samstag aufgewühlt. „Jetzt wurde wieder geschossen, ich habe Angst“, sagt die Frau die 100 Meter vom Tatort entfernt wohnt.

Von Katja Rudolph

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