Junger Mann war vor Angreifern geflüchtet

Nach SEK-Einsatz an Goethestraße: Verdächtige weiter flüchtig

Kassel. Nach dem Großeinsatz der Polizei an der Goethestraße am Mittwochnachmittag sind die beiden Verdächtigen weiterhin flüchtig. Die zwei Männer hatten in einer Wohnung im Eckhaus Goethestraße/Querallee einen jungen Mann und eine junge Frau mit Waffen bedroht.

Aktualisiert am Donnerstag um 8.54 Uhr

Der 20-jährige Mann aus Kaufungen, der zusammen mit der jungen Frau überfallen worden sein soll, hatte sich in einer waghalsigen Aktion im vierten Stock auf den Nachbarbalkon geflüchtet. Die beiden Opfer wurden nach Angaben der Polizei bis spät in den Mittwochabend vernommen. Die Fahndung nach den Tatverdächtigen lief auch am Donnerstagmorgen noch. (rud)

Angst muss groß gewesen sein

Die Angst des 20-jährigen Mannes muss groß gewesen sein: Aus dem Fenster der Wohnung im vierten Stock des schmucken Jugendstilhauses an der Goethestraße/ Ecke Querallee flüchtete er auf den angrenzenden Balkon. Vor dort balancierte er in rund 20 Metern Höhe auf einem Mauervorsprung zum Balkon der Nachbarwohnung.

Was genau am Mittwoch gegen 16 Uhr in der Wohnung im Vorderen Westen an Goethestraße vorgefallen ist, stand am Mittwochabend noch nicht fest. Offenbar war ein Streit zwischen einem 20-Jährigen aus Kaufungen und seiner 22-jährigen Begleiterin sowie zwei anderen Männern eskaliert.

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„Nach ersten Informationen sollen die beiden Männer gewaltsam in die Wohnung eingedrungen sein“, schildert Polizeisprecherin Sabine Knöll. Daher seien mehrere Funkstreifen und Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) zum Tatort geschickt worden. Dort klärte sich, dass der 20-Jährige und seine Begleiterin, die dort nicht selbst wohnen, die beiden Männer in die Wohnung gelassen hatten. Dort war es dann offenbar zu einer Auseinandersetzung gekommen, die schließlich außer Kontrolle geriet. Die beiden Männer zückten nach den Schilderungen der Opfer ein Messer und eine Schusswaffe. Da ergriff der 20-Jährige die Flucht zum Nachbarbalkon.

Da zunächst nicht klar war, ob die beiden Tatverdächtigen sich noch in dem Haus aufhielten, suchte die Polizei das Gebäude ab. Nach zwei Stunden intensiver Suche sagte ein leitender Beamter: „Hier sind sie mit 100-prozentiger Sicherheit nicht mehr.“

Fast zwei Stunden musste auch der 20-jährige Kaufunger auf dem Balkon ausharren. Denn die Bewohnerinnen der zum Balkon gehörenden Wohnung waren nicht zuhause. Eine war im Urlaub, die andere außerhalb von Kassel unterwegs. Also musste erst über einen Bekannten ein Schlüssel organisiert werden. Zurück über den Mauervorsprung ließ die Polizei den jungen Mann wegen des Risikos, dass er herunterstürzen könnte, nicht klettern.

Schaulustige und Bewohner, die aus Sicherheitsgründen nicht in das Haus durften, verfolgten den Einsatz. Um 18 Uhr war die spektakuläre Aktion beendet. Martina Dülfer, die ebenfalls im vierten Stock des Hauses wohnt, war erleichtert, als sie nach zwei Stunden Warten wieder in ihre Wohnung durfte. Ein bisschen mulmig war der 38-Jährigen beim Reingehen aber doch. Sie ließ sich für alle Fälle lieber vom Hausmeister begleiten.

Von Katja Rudolph

Bilder vom Polizeieinsatz

Einsatz von Spezialeinsatzkommando im Vorderen Westen

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