Tipps von Dr. Karin Müller

„Das kann tödlich enden“: Von der Gefahr, eine Erkältung zu verschleppen

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Sat.1-Moderator Martin Haas starb an den Folgen einer verschleppten Erkältung: Eine Lungenentzündung soll sein Herz geschwächt haben.

Kassel. Sat.1-Moderator Martin Haas ist an den Folgen einer verschleppten Erkältung gestorben. Wie groß ist diese Gefahr und was können wir dagegen tun? Die Leiterin des Gesundheitsamts Kassel gibt Antworten.

Er hatte eine Erkältung nicht richtig auskuriert und bekam daraufhin eine Lungenentzündung: Der Sat.1-Moderator Martin Haas war 55 Jahre alt, als sein Herz aufhörte zu schlagen. Ende März starb er plötzlich in seiner Münchener Wohnung. „Er ahnte nicht, dass er todkrank war“, sagte der Bruder Steffen Haas nun gegenüber dem Magazin Bunte.

Warum ist es so gefährlich, eine Erkältung nicht richtig auszukurieren, und was sollte man tun, wenn man einen grippalen Infekt verschleppt hat? Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamts Kassel, beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie groß ist die Gefahr, an einer verschleppten Erkältung zu sterben?

Nur wenige Menschen sterben laut Müller tatsächlich an einer verschleppten Erkältung. Die Gefahr bestehe dennoch. „Es ist wie mit der echten Grippe: Damit ein Mensch daran stirbt, muss eins zum anderen kommen. Es hat meistens mehrere Ursachen“, sagt sie. Sie betont aber auch: „Verschleppen sollte man eine Erkältung nicht.“

Warum ist es gefährlich, eine Erkältung zu verschleppen?

Die echte Grippe sowie die meisten Erkältungen sind virale Erkrankungen. Es gibt keine Medikamente, um die Ursache zu behandeln. „Wir können nur die Symptome bekämpfen“, sagt Müller. Der Körper muss sich selbst heilen – und das schafft er nicht, wenn er durch Arbeit oder Sport belastet wird. Wer sich dennoch nicht schont, läuft Gefahr, zusätzlich zum Virus auch eine bakterielle Erkrankung zu bekommen.

Welche Folgen kann eine verschleppte Erkältung haben?

Es gibt mehrere Komplikationen, die als Folgeerkrankungen auftreten können. Häufig wird vor der Herzmuskelentzündung gewarnt. Aber auch eine Hirnhaut-, eine Nasennebenhöhlen- und eine Lungenentzündung sind mögliche bakterielle Erkrankungen, die auf eine nicht auskurierte Erkältung folgen können. Letzteres wurde wohl Haas zum Verhängnis: Eine Lungenentzündung soll sein Herz so sehr geschwächt haben, dass es schließlich stehen blieb.

Woran erkenne ich, dass ich eine Erkältung verschleppt habe?

Dr. Karin Müller

„Wenn man nach sieben bis zehn Tagen noch immer starke Symptome hat, muss man unbedingt zum Arzt gehen“, rät Müller. Oft passiert das, wenn der Erkrankte zu früh wieder arbeiten geht oder Sport treibt. „Das kann dann auch tödlich enden“, warnt die Amtsleiterin. 

Dass ein Erkälteter beispielsweise eine Herzmuskelentzündung hat, bemerkt er in der Regel nicht. Sie fühlt sich ähnlich an wie eine Grippe: Man ist schlapp, hat Fieber und möglicherweise Husten und Schnupfen. Starke Kopfschmerzen und ein steifer Nacken können auf eine Hirnhautentzündung hinweisen, Kopf- und Zahnschmerzen sowie ein gelblich-grünes Nasensekret deuten eventuell auf eine Nasennebenhöhlenentzündung hin.

Erkältung: Wie lange sollte ich mich auskurieren?

„Wichtig ist es, auf seinen Körper zu hören“, sagt die Amtsleiterin. Wer schlapp ist, sollte sich hinlegen und viel trinken. „Nach einem Tag ist das noch nicht wieder weg“, betont Müller. Man sollte seinem Körper Zeit geben, um sich auszukurieren. 

Abwarten und Tee trinken: Bei einer Erkältung sollte man dem Körper Zeit geben.

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Erkältung: Wie lange darf ich keinen Sport machen?

Während die Symptome andauern, ist eine Sportpause ratsam. Wer sich wieder fit fühlt, kann mit der Bewegung beginnen – aber langsam. „Erstmal leicht traben oder spazieren gehen“, rät Müller. Merkt der Patient, dass der Sport ihm schwer fällt und er ungewöhnlich schwer atmet, sollte er noch einmal kürzer treten.

Verschleppte Erkältung auskurieren: Was tun, wenn es einfach nicht besser wird?

Es kann viele Ursachen für eine verschleppte Erkältung geben, sagt Müller. Um zu prüfen, welche genau vorliege, müsse ein Arzt aufgesucht werden. „Der klopft die verschiedenen Möglichkeiten der Folgeerkrankungen ab.“ Außerdem kann er Medikamente wie Antibiotika verschreiben.

Dieses Video ist ein Inhalt des Videomarktplatzes Glomex und wurde nicht von der HNA produziert.

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