Probleme mit der Trinker- und Drogenszene

Nach Tötungsdelikt vor der Reuterschule: Ortsbeirat fordert mehr Sozialarbeit

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Brennpunkt: Auf der Platz vor der Paul-Julius-von Reuter-Schule an der Gießbergstraße ist Mitte Oktober ein Mann getötet worden. Der Platz ist ein Treffpunkt der Trinker- und Drogenszene. 

Kassel. Mehr Sozialarbeit und eine bessere Beleuchtung fordert der Ortsbeirat Nord-Holland, um die Situation auf dem Platz vor der Reuter-Schule zu verbessern. 

Die Probleme mit der Trinker- und Drogenszene auf dem Platz vor der Reuterschule gibt es seit Jahren. Nach dem gewaltsamen Tod des 34-jährigen Steven N. haben sie auf schreckliche Weise neue Aktualität bekommen. Wie berichtet, war der Kasseler in der Nacht zum 19. Oktober auf dem Platz an der Gießbergstraße bei einer Messerattacke tödlich verletzt worden. Ein 34 Jahre alter Tatverdächtiger ist bereits gefasst, er sitzt in U-Haft.

Um die Situation auf dem Platz zu verbessern, fordert der Ortsbeirat Nord-Holland nun den Magistrat auf, zu handeln. Dazu machen die Stadtteilvertreter in einem einstimmig gefassten Beschluss drei Vorschläge: Der Platz vor der Schule solle besser beleuchtet werden, etwa durch zusätzliche Straßenlaternen oder eine Außenbeleuchtung an der Schule. Zudem fordert der Ortsbeirat eine „massive Aufstockung“ der Sozialarbeit in der Szene sowie die Verstärkung niedrigschwelliger Angebote wie des Trinkraums.

Damit folgten die Mitglieder weitgehend einem Antrag der SPD-Fraktion. Es bringe nichts, die Menschen von dem Platz zu vertreiben, sagte Ron-Hendrik Peesel von der SPD. „Dann sitzen sie bald wieder woanders.“ Man müsse die Situation aber so weit in den Griff kriegen, dass die Schüler der Reuterschule ungestört und in guter Atmosphäre lernen können. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielten auf einen Kompromiss.

Ron Hendrik Peesel

„Man muss mit den Leuten einen Umgang finden“, sagte auch Ortsvorsteher Hannes Volz (Grüne), der für den Tagesordnungspunkt eine Kerze zum Gedenken an Steven N. angezündet hatte. Sozialarbeiter könnten den Angehörigen der Szene vermitteln, dass sie sich an bestimmte Regeln halten müssen.

Axel Jahr (Grüne) hatte angeregt, ein öffentliches WC auf dem Platz aufzustellen, um zu verhindern, dass die Mitglieder der Szene die Schultoiletten aufsuchen. In der gemeinsamen Diskussion verwarf der Ortsbeirat die Idee vorerst. Man wolle die Wirkung der beschlossenen Maßnahmen aber beobachten und gegebenenfalls neu überlegen. „Ein Allheilmittel gibt es nicht“, sagte Peesel. „Wir müssen ausprobieren, was hilft.“

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