Viele setzen Wachdienste ein

Nach Übergriff eines Obdachlosen auf Bankkunde: So sichern Banken ihre Vorräume

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Häufiges Bild: Obdachlose übernachten in den Selbstbedienungsbereichen der Banken. Auch in Kassel ist dies in der kalten Jahreszeit oft der Fall. Die meisten Wohnsitzlosen verhalten sich friedlich, nun kam es aber zu einem Angriff auf einen Bankkunden.

Kassel. Am Freitagmorgen war es im Vorraum der Deutschen Bank-Filiale in Bettenhausen zu einem Angriff eines Obdachlosen auf einen Bankkunden gekommen.

Der Täter hatte in dem Automaten-Bereich geschlafen und fühlte sich durch den Kunden offenbar gestört, der dort Geld abheben wollte. Wir fragten bei den Kreditinstituten nach, wie sie mit der Sicherung der Vorräume umgehen.Dabei zeigte sich, fast jede Bank hat Probleme mit den Schlafgästen:

Kasseler Sparkasse

„Bei der Kasseler Sparkasse gibt es aus zweierlei Gründen keine Zutrittsbeschränkungen wie Kartenleser im Eingangsbereich: Zum einen können sich die meisten Menschen sowieso Zugang über ihre Bankkarten verschaffen und zum anderen kann niemand beim Verlassen des SB-Bereichs einen anderen am unbefugten Betreten hindern“, sagt Katrin Westphal, Sprecherin der Sparkasse.

Auch gebe es keine Schließzeiten für die SB-Bereiche – wie es manche Bank handhabt. Bei den Übernachtungen in den Vorräumen handele es sich um Einzelfälle. „Wir sehen keine Häufungen.“

Volksbank Kassel-Göttingen

Die Volksbank Kassel-Göttingen hat Erfahrungen mit Obdachlosen in ihren SB-Räumen. „Unsere Kunden merken solche Probleme an“, sagt Christina Hackenberg, Sprecherin der Bank. Ein Sicherheitsdienst mache nachts Stippvisiten in den Automatenräumen. Es sei durch Obdachlose noch zu keinem Übergriff auf Kunden gekommen. Die Vorräume seien durch Tastendruck zu öffnen. Der SB-Bereich der Filiale am Bebelplatz sei nachts von 22 bis 6.30 Uhr wegen der nächtlichen Gäste geschlossen.

Die Kartenleser am Eingangsbereich, über die früher der Zugang reguliert wurde, seien wegen der Manipulationsmöglichkeiten abgeschafft worden. Durch das sogenannte Skimming werden Kartendaten ausgelesen.

Deutsche Bank

Ein Sprecher der Deutschen Bank äußerte sich auf HNA-Anfrage zu dem Vorfall in ihrer Filiale: „Unser Ziel ist es, in unseren SB-Zonen – so auch in Kassel – einen größtmöglichen Service für unsere Kunden anzubieten. Dabei haben Sicherheit und Sauberkeit hohe Priorität. Wenn erforderlich, werden SB-Zonen zu bestimmten Zeiten vorübergehend geschlossen. Dies ist in der SB-Stelle in Kassel-Bettenhausen aktuell nicht der Fall. Aufgrund des aktuellen Vorfalls wird die SB-Stelle von einem Wachdienst bestreift.“

Commerzbank

Die Commerzbank schließt die SB-Zone ihrer Filiale an der Friedrich-Ebert-Straße wegen derartiger Probleme nachts ab. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens bleibt der Bereich auch für Kunden geschlossen. „Unser Standort am Königsplatz ist aber rund um die Uhr geöffnet. Er wird deshalb stündlich nachts durch Wachpersonal kontrolliert“, sagt Banksprecher Thomas Schwarz. Die Filiale in Bettenhausen sei ebenfalls nachts offen. Dort gebe es aber kaum Probleme mit Schlafgästen.

Postbank

Die Postbank geht abhängig vom jeweiligen Filialstandort gegen eventuelle Störungen durch Obdachlose vor. „Es gibt da kein pauschales Vorgehen“, sagt ein Sprecher. In Kassel scheinen die Verantwortlichen keine größeren Probleme zu sehen – zumindest gibt es an den Standorten mit SB-Zonen keine zeitlichen Zugangsbeschränkungen.

Sparda-Bank

Ein Sprecher der Sparda-Bank teilt mit: „Zu Übergriffen auf Kunden durch Obdachlose ist es bei der Sparda-Bank Hessen bisher nicht gekommen. Wir erhalten jedoch vereinzelt Hinweise, dass sich Obdachlose auch nachts in den Selbstbedienungsbereichen der Filialen aufhalten und diese erheblich verschmutzen. Deshalb werden einige Standorte regelmäßig durch Wachdienste kontrolliert. Die Filialen in Nordhessen sind davon weniger betroffen.“

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