44-jähriger Mann aus Lohfelden hofft nach siebenstündiger Operation im Klinikum auf Heilung

Nach Unfall rechte Hand gerettet

Frischer Verband: Dr. Gunther Schuster und Dr. Thomas Giesler verbinden Frank Joachim Ullrichs Hand, deren Knochen von außen mit einer Metallklammer fixiert sind. Fotos:  Koch

Kassel. Diesen Tag, diesen Schock wird Frank Joachim Ullrich nie mehr vergessen. Am frühen Montagmorgen vor fast drei Wochen hätte der 44-Jährige fast seine rechte Hand verloren.

Doch der Lohfeldener hatte Glück im Unglück: In einer siebenstündigen Operation gelang es einem Ärzteteam im Klinikum, seine Hand zu retten. Auch wenn noch ein langer Weg vor ihm liegt, er wird seine Hand wieder bewegen können.

Frank Joachim Ullrich war an diesem Morgen gegen 6 Uhr mit einem Räum- und Streufahrzeug im Industriepark Waldau unterwegs. Er arbeitet bei einer privaten Firma, die auch Garten- und Landschaftspflege anbietet. Er habe die Maschine ausgestellt und den Gang rausgenommen, als seine Mütze in den Trichter des Salzstreuers fiel, schildert er das Geschehen. Als er danach gegriffen habe, habe sich der Kegel, der das Salz verteilt, plötzlich in Gang gesetzt. „Vermutlich hatte sich ein Eisstück in der Mechanik verhakt und der Gang war doch nicht richtig raus“, sagt der 44-Jährige.

Der sich drehende Kegel erfasste zunächst seinen Jackenärmel und dann seine Hand. Ullrich schrie um Hilfe und schaffte es noch, mit seinem Handy selbst die Feuerwehr zu rufen. Auch Passanten eilten ihm zur Hilfe. Doch befreien aus dieser dramatischen Situation konnte ihn erst die Feuerwehr.

Der Kegel hatte die Hand des Patienten im Bereich des Unterarms fast vollständig abgetrennt. „Sie war mehr als 180 Grad verdreht und hing nur noch an ein paar Sehnen“, schildert der Chefarzt der Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie am Klinikum, Dr. Thomas Giesler, die schlimme Verletzung.

Der Notarzt hatte die Hand mit einer Metallklammer fixiert. Doch nicht nur mehrere Knochen waren gebrochen und im Bereich der Handwurzeln zum Teil ganz zerstört, auch Blutgefäße, Sehnen und Muskeln waren abgerissen. Als Frank Joachim Ullrich in die Klinik kam, war seine komplette Hand deshalb nicht mehr durchblutet.

Röntgenbild: Mit Clips, die als kleine, schwarze Schatten zu erkennen sind, haben die Chirurgen die Blutgefäße wieder miteinander verbunden.

„Jetzt muss sie erst einmal heilen, und dann kommt die lange Phase der Krankengymnastik“, sagt Oberarzt Dr. Gunther Schuster, der ebenso wie Giesler und Dr. Borhan Hoda von der Unfallchirurgie am OP-Tisch stand, um die Hand des Patienten zu retten. Jeden Tag werden die feuchten Verbände erneuert, um die Heilung zu unterstützen. In den nächsten Tagen müssen noch einmal kleinere Hautstücke transplantiert werden. In jedem Fall werden die Finger und das Handgelenk, wenn auch eingeschränkt, wieder beweglich sein.

Der 44-jährige Patient freut sich nun erst einmal auf das Weihnachtsfest mit Freunden zu Hause. Froh über den Behandlungserfolg sind auch die Handchirurgen. Ansonsten behandeln sie in den Wintermonaten übrigens häufiger Verletzungen durch Kreissägen oder Axthiebe, weil jetzt viele Leute selbst Holz machen, sagt Klinikchef Thomas Giesler.

Von Martina Heise-Thonicke

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