Mieterbund sorgt für Rückzahlung

Nach Wassergeld-Streit: Buwog-Mieter kriegen 165.000 Euro zurück

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Wassergeld zurück für Buwog-Mieter: In Waldau (im Bild ein Mietshaus an der Görlitzer Straße) hat das Unternehmen 841 Wohnungen. Weitere Mietshäuser gibt es in Oberzwehren (Brückenhof) und in Bettenhausen.

Kassel. Mit Hilfe des Mieterbundes bekommen 1500 aktuelle und ehemalige Mieter der Buwog annähernd 165.000 Euro zuviel gezahltes Wassergeld aus den Jahren 2008 bis 2012 zurück.

Die Städtische Werke AG und der Mieterbund Nordhessen haben am Montag einen Treuhandvertrag für die Rückzahlung unterschrieben. Bis Ende August wollen Mieterbund-Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer mithilfe der Mieter die Daten der Wasserkosten-Abrechnungen ermitteln. Im Herbst dieses Jahres werden dann die Rückzahlungssummen ermittelt. Dann gibt es Geld zurück: Pro Wohnung je nach Haushaltsgröße zwischen 50 und 200 Euro. Bis zum Jahresende 2017 sollen alle Mieter ihre Rückzahlung auf dem Konto haben.

Das Unternehmen Buwog hatte eine Rückzahlung an die Mieter abgelehnt. „Leider standen praktische und rechtliche Gründe dagegen“, sagt Thorsten Gleitz, Buwog-Geschäftsführer Immobilienmanagement Deutschland. Damals sei die Buwog nicht die Eigentümerin der Immobilien gewesen, und man sei auch nicht Rechtsnachfolgerin des Voreigentümers Vivacon. Deshalb habe man keine Daten aus den betroffenen Verbrauchszeiträumen und aus den damaligen Mietverhältnissen. Wenn der Mieterbund helfe, „freut uns das natürlich für die betroffenen Mieter.“

„Vertrackter Fall“

Die Buwog hatte erst 2013 annähernd 1200 Wohnungen in Waldau, Oberzwehren und Bettenhausen aus dem Bestand der Vivacon AG übernommen, die 2009 unter Zwangsverwaltung gestellt wurde und inzwischen nicht mehr existiert. Würde der Mieterbund nicht einspringen, gäbe es für die Mieter kein Geld zurück aus der Wasserkosten-Rückerstattung der Stadtwerke. Diese haben nach einem jahrelangen Streit mit der Landeskartellbehörde um zu hohe Kasseler Wasserpreise insgesamt 18 Millionen Euro an Wasserkunden in Kassel und Vellmar zurückerstattet. Inzwischen seien 99 Prozent der Summe ausgezahlt, sagt Stadtwerke-Finanzchef Martin Schwegmann. „In diesem vertrackten Fall sind wir froh und dankbar, dass der Mieterbund hier selbstlos einspringt“.

Um zu verhindern, dass die Buwog-Mieter leer ausgehen, übernehme der Mieterbund treuhänderisch die Abrechnungen und Auszahlungen, sagt Vorsitzender Dr. Willi Hilfer. Das gelte auch für alle Mieter, die nicht Mitglied im Mieterbund seien.

„Wir wollen das so gerecht wie möglich machen“, erklärt Hilfer. Bis Ende August hätten Mieter Zeit, sich zu melden, ihre Betriebskosten-Abrechnungen vorzulegen und den Antrag auf Erstattung auszufüllen. Das kann auch in den drei Mieterversammlungen im Juni erledigt werden.

Info-Telefon des Mieterbundes für Buwog-Mieter: 0561/81 64 26 27.

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