Nach zehn Tagen Verzweiflung: Mischlingshündin Bonnie ist wieder da

Wieder vereint: Carolin Bilgenroth ist glücklich, dass Bonnie wieder bei ihr ist. Vor zwei Jahren hatte sie die Hündin aus dem Tierheim geholt. Foto:  Schachtschneider

Kassel. „Es ist ein kleines Weihnachtswunder“, sagt Carolin Bilgenroth und streichelt liebevoll ihre anhängliche Mischlingshündin. Zehn Tage lang war das Tier verschwunden.

Mit jedem dieser Tage schwand die Hoffnung ein bisschen mehr, dass sie Bonnie wiederfinden würde. Am 23. Dezember dann die erlösende Nachricht: Eine Reiterin fand die schwer verletzte Hündin im Firnsbachtal. Sie wusste gleich, wo sie anrufen musste, denn Bonnies Besitzerin hatte überall in und um den Habichtswald Suchmeldungen verteilt.

Niemand weiß, was die fünfjährige Hündin in diesen zehn Tagen erlebte, wie sie sich das Bein gebrochen (das geschah vermutlich schon am ersten Tag) und die Schürfwunden zugezogen hat. „Sie war wohl die ganze Zeit im Wald, vielleicht ist sie auch von einem Auto angefahren worden“, sagt die 24-Jährige Rostockerin, die derzeit in der Habichtswald-Klinik behandelt wird. In einem Zimmer nahe der Klinik ist es möglich, dass Bonnie sie begleitet.

Es war am 13. Dezember, einem Freitag, als Bonnie bei einem Spaziergang mit einer Patientengruppe in der Nähe des Hohen Gras’ ein Reh entdeckte und weglief, als die Leine versehentlich nicht richtig eingehakt war. „Wir haben fünf Stunden in Kälte und Nebel gewartet, bis es dunkel wurde“, erzählt Carolin. Sie informierte die Polizei, Jäger und das Kasseler Tierheim. Sie hörte, dass ein Schäferhund (Bonnie ist ein Schäferhundmischling) an der Autobahn zwischen Wilhelmshöhe und Zierenberg gesehen wurde, einen Tag später auch an der Löwenburg.

Verzweifelt suchte ihre Besitzerin ihre treue Gefährtin immer wieder im Wald. Hilfe kam von allen Seiten: Eine Frau fuhr sie immer wieder zu verschiedenen Stellen. „Ich wusste ja nicht, wie groß der Habichtwald ist“, sagt sie. Ihre Suchmeldung machte im Internet beispielsweise bei Facebook die Runde, und bei Radio HNA gab Carolin Bilgenroth ein Live-Interview. „Ich habe noch nie so freundliche Leute kennengelernt. So viele hatten Mitgefühl und fleißig gesucht“, sagt die Rostockerin. Besonders dankbar ist sie natürlich der Reiterin, die sich der verängstigten Hündin behutsam näherte und sie mit Futter lockte. Durstig und ausgehungert (fünf Kilo leichter), verdreckt und übel riechend war Bonnie, als Carolin sie wieder in die Arme schloss. „Sie ist echt zäh“, sagt sie.

Nach der Operation in der Tierklinik Kaufungen am 24. Dezember geht es Bonnie schon viel besser. Ganz gesund wird das fünffach gebrochene und mit vier Schrauben stabilisierte Bein wohl nicht mehr werden, „aber der Rest wird auch noch gut“, ist Carolin Bilgenroth zuversichtlich und krault Bonnies Nacken.

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