Anlieger beklagen Krach und Geruch

Nachbarn beschweren sich über Veranstaltungen in Kunstwerkstatt

Kassel. Laute Musik und Stimmen, Kindergeschrei, Müll und Grillgeruch: Die Beschwerdeliste einiger Nachbarn der Kunstwerkstatt an der Heckerstraße 30b ist lang.

Während der jüngsten Ortsbeiratssitzung im Veranstaltungssaal der kulturellen Einrichtung kam es jetzt zu einer Aussprache zwischen Bürgern und den Mitgliedern des Vereins Kunstwerkstatt Kassel.

Dazu hatte Ortsvorsteher Harald Doenst (SPD) alle anliegenden Bewohner eingeladen. Gekommen waren auch Winfried Opfer und Günter Farero, die beide seit Jahrzehnten an der Heckerstraße wohnen. Seitdem vor zwei Jahren die Kunstwerkstatt in ihre unmittelbare Nachbarschaft zog, sei es hier mit der Ruhe vorbei, sagten die beiden Männer und Opfer fügte hinzu: „80 Prozent der Wohnqualität ist weg.“

Ihr größtes Problem sei die Lärmbelästigung, wobei nicht die Veranstaltungen störend seien - beispielsweise Musikkonzerte, die im Sommer auch im Freien stattfinden - sondern vor allem die „Nebengeräusche“, lautes Reden der Gäste, Gepolter, Türenknallen und lärmende Kinder, sagte Farero. Belästigt fühlen sich Opfer und Farero zudem von Grillgeruch, der in ihre Wohnung ziehe, sowie von Schutt- und Steinhaufen auf dem Gelände der Werkstatt, deren Anblick sie seit zwei Jahren ärgere.

Thomas Hofer und Petra Sachse von der Kunstwerkstatt verwiesen darauf, dass die Vereinsmitglieder ehrenamtlich arbeiten. Man mache alles in Eigenleistung und mit wenig Geld und noch gebe es auf dem Gelände viel zu tun. „Bitte geben sie uns noch etwas Zeit, wir werden sicher noch eine Weile weiterbauen müssen“, sagte Hofer.

Er bot an, einen 1,80 Meter hohen Sichtschutzzaun zu ziehen, hinter dem herumliegende Gegenstände und Schutthaufen nicht mehr zu sehen wären. Lärm lasse sich sicher nicht gänzlich vermeiden. Doch werde man künftig darauf achten, dass Veranstaltungsbesucher beim Verlassen des Hofes leiser seien. Grundsätzlich habe sich die Lebensqualität durch die Kunstwerkstatt an der Heckerstraße verbessert, sagte Vereinsmitglied Wolfgang Raupach. „Schauen sie doch bei uns mal vorbei, auf einen Kaffee oder zu einer unserer schönen Veranstaltungen“, lud er seine Nachbarn ein.

Rückendeckung bekamen die Betreiber der Kunstwerkstatt vom Ortsbeirat. „Was hier in nur zwei Jahren zustande gekommen ist, darüber kann man nur staunen“, sagte Roland Schäfer (Grüne). Die Kunstwerkstatt sei eine Einrichtung, in der alle Nachbarn miteinander etwas Schönes erleben könnten. 

Im Notfall anrufen 

Opfer und Farero blieben bei ihrer Forderung, dass man Lärm und Müll eindämmen müsse. Doch in Zukunft wollen die Nachbarn und die Mitglieder des Vereins Kunstwerkstatt öfter miteinander sprechen und etwaige Probleme gemeinsam besprechen. Eine Telefonnummer für „Notfälle“ bekamen die Nachbarn auch, so dass sie bei der Kunstwerkstatt direkt anrufen können, wenn es abends doch mal wieder etwas lauter werden sollte.

Von Monika Puchta

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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