Beim Kleingartenverein Oberweserstrand steht ein Drittel der Parzellen leer

In Nachbars Garten wird gelehrt

Freuen sich auf neue Pächter: Vereinsvorsitzender Horst Schweinsberg, Sonja Schweinsberg und ihr Ehemann Günter (von links) hoffen auf interessierte Kleingärtner. Foto:  Polk

Fasanenhof. „Wir helfen einander, wo wir können“, sagt Horst Schweinsberg. Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Oberweserstrand im Stadtteil Fasanenhof wirbt mit Gemeinschaftssinn und Zusammenhalt um neue Mitglieder für den Verein. In der Anlage sind nur 14 der 21 Parzellen verpachtet.

Pacht verteilt sich

Gerade für einen kleinen Verein würde die Situation mit Zunahme der Leerstände immer schwieriger, sagt Schweinsberg. Die Pacht erhöht sich anteilig, denn die nicht vermieteten Parzellen werden von den Mitgliedern mit bezahlt.

Dabei sind die Pachtabgaben moderat: Die Stadt Kassel als Eigentümerin des Geländes nimmt pro Quadratmeter 0,18 Euro ein. Bei einer durchschnittlichen Größe von 300 Quadratmetern sind das 54 Euro pro Jahr.

Neben der zusätzlichen finanziellen Belastung verteilen sich auch Arbeiten wie das Sauberhalten der Gehwege oder das Schneiden der Hecke an der Grundstücksgrenze auf die verbliebenen Pächter.

Vor gemeinsamer Arbeit schrecken nach Erfahrung von Horst Schweinsberg viele Interessenten zurück: „Die Menschen sind zwar an einem Garten interessiert, wollen sich aber nicht außerhalb ihres Bereichs engagieren“, sagt er.

Auch Reinhold Six, Vorsitzender des Stadt- und Kreisverbands Kassel der Kleingärtner, kennt das Problem. „Vereinsarbeit ist Gemeinschaftsarbeit, das bedeutet auch, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen“, sagt er. Wer einem Verein beitrete, müsse sich darauf einlassen.

Die Kleingärtner Oberweserstrand feiern 2011 ihr 90-jähriges Bestehen. Das würden sie gern mit neuen Mitgliedern machen, die gern neue Ideen mitbringen dürfen. „Wir sind für vieles offen, umgekehrt beraten und unterstützen wir auch Pächter, die wenig Erfahrung in der Gartenarbeit mitbringen“, sagt Schweinsberg.

Aus der Not heraus haben die Gärtner der benachbarten Fasanenhofschule eine Parzelle angeboten.

„Wir haben schon mal an die Einrichtung eines Schulgartens gedacht, allerdings auf unserem Gelände. Dieses Angebot ist großartig“, sagt Schulleiterin Ursula Richter-Dickhaut. (zip)

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