Nachfolger von Helbig steht bereit

Aufsichtsrat wählt neuen Vorstandschef des KVV-Konzerns

Geht in den Ruhestand: Andreas Helbig.

Kassel. So gut wie in den Startlöchern steht der Nachfolger von Andreas Helbig. Am Mittwoch entscheidet der Aufsichtsrat, wer neuer Vorstandsvorsitzender der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) werden soll.

Unter dem Dach der KVV hat die Stadt Kassel ihre Beteiligungen unter anderem an Städtischen Werken und Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) gebündelt. Helbig geht Ende 2015 mit dann 66 Jahren in den Ruhestand.

Der Name des Favoriten ist ein gut gehütetes Geheimnis im Umkreis von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD), der an der Spitze des KVV-Aufsichtsrats steht. Hilgen ließ mitteilen, dass auf Vorschlag einer Personalberatungsagentur ein Bewerber ausgesucht worden sei, der am Mittwoch dem Aufsichtsrat präsentiert werden soll. Die Vorarbeit hat eine Findungskommission geleistet, zu der neben Hilgen Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD), Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) sowie die Betriebsräte Klaus Horn und Ralf Salzmann und Ver.di-Geschäftsführer Axel Gerland gehörten.

Beraten ließ sich die Kommission auf Hilgens Wunsch von Thüga-Vorstand Dr. Gerhard Holtmeier. Das Stadtwerke-Konsortium Thüga hält 24,9 Prozent an den Städtischen Werken Kassel.

Aus Aufsichtsratskreisen ist zu hören, dass der gefundene Favorit über einen breiten Erfahrungsschatz in der Energiewirtschaft verfügen soll. Für den KVV-Chefposten soll er sich entschieden haben, obwohl dieser mit zuletzt etwa 350.000 Euro Jahresgehalt nicht gerade zu den bestbezahlten in der Branche zählt. Aber anders als andere regionale Versorger stehen die Städtischen Werke gut da, weil sie zum Beispiel nicht risikoreich in Windparks auf der Nordsee investiert haben. Und sowohl der Favorit als auch seine Familie sollen aus Nordhessen stammen, was wohl ein Grund für die Entscheidung zugunsten der KVV sein soll.

Wirbel bei Rot-Grün

Wenig Chancen auf den Chefposten: Dr. Thorsten Ebert.

In der rot-grünen Kooperation im Rathaus sorgt die Helbig-Nachfolge indes für einigen Wirbel. So sollen sich die Grünen sehr dafür eingesetzt haben, dass KVG- und Städtische-Werke-Vorstand Thorsten Ebert in die KVV-Spitze aufrückt. Doch sowohl OB Hilgen als auch einige Arbeitnehmervertreter sollen sich frühzeitig für einen Kandidaten von außerhalb ausgesprochen haben, den sie bei gleicher Qualifikation vorziehen wollten. Ebert ist Mitglied bei den Grünen und war mal Ortsvorsteher im Vorderen Westen.

Dieses Mal sollen sich alle Mitglieder der Findungskommission auch im Internet über die Vergangenheit des designierten KVV-Chefs informiert haben. Und so kommt von einem führenden Grünen auch die Spitze gegen den Oberbürgermeister: „Ich nehme mal an, dass Hilgen diesmal gegoogelt hat.“

Das hatte der OB bei der Findung von Karsten Honsel als neuem Vorstandschef des Klinik-Konzerns Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) nicht getan. Deshalb waren einige dunkle Flecken in Honsels Lebenslauf erst nach dessen Wahl bekannt geworden, was Hilgen viel Kritik eingebracht hatte.

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