100 Jahre Kleingärtnerverband – Wartelisten bis zwei Jahre

Nachfrage nach Kleingärten in Kassel groß

Kleingärtner lieben auch die Gemeinschaft: Dieses
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Kleingärtner lieben auch die Gemeinschaft: Dieses Foto entstand in den 1950er-Jahren im Kleingartenverein Fackelteich. 

Der Stadt- und Kreisverband Kassel der Kleingärtner feiert am Wochenende seinen 100. Geburtstag.

Kassel – Früher hatten sie den Ruf, spießig zu sein und Gartenzwerge zu sammeln, heute bringt man sie eher mit Bio-Produkten und Klimaschutz in Verbindung: Das Bild der Kleingärtner hat sich in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit gewandelt.

„Die Nachfrage nach Kleingärten ist groß“, sagt Wolfgang Böcker, Vorsitzender des Kleingärtnerverbands. Standen früher zehn bis 15 Prozent der Kleingärten in Kassel leer, so gibt es mittlerweile Wartelisten von bis zu zwei Jahren. Je kleiner ein Verein ist, desto schwerer sei es, dort eine Scholle zu bekommen, so Böcker. Leichter sei es, einen Schrebergarten in einem der größeren Vereine wie zum Beispiel beim KGV Giesewiesen zu pachten. Insbesondere junge Familien, Studenten, aber auch viele Menschen mit Migrationshintergrund hätten in jüngster Zeit den Kleingarten für sich entdeckt.

Die 43 Kleingärtnervereine, die es in Stadt und Landkreis Kassel gibt, haben insgesamt 5300 Mitglieder. Zusammengefasst werden die Interessen der Kleingärtner im Kasseler Stadt und Kreisverband vertreten. Dieser Verband feiert am Wochenende auf dem Gelände der Kleingartenanlage Giesewiesen seinen 100. Geburtstag.

„Gerade in einer Großstadt wie Kassel kommt den Kleingärten eine besondere Bedeutung zu. Neben den städtischen Grünanlagen und den Parks sind die Kleingärten mit einer Gesamtfläche von rund 200 Hektar - die einer Fläche von etwa 280 Fußballfeldern entspricht - wertvolle grüne Lungen für unsere Stadt“, so Oberbürgermeister Christian Geselle. Kleingärtner verschönerten und bereicherten nicht nur die Stadtviertel, sie leisteten zudem einen wichtigen Beitrag für das ökologische Gleichgewicht, den Natur- und Artenschutz, das Mikroklima in den Wohngebieten und vor allem für die Kasseler Luft, so Geselle. „Außerdem sind sie sozialer Schmierstoff in den Quartieren und stehen für mehr Gemeinsinn.“ Die Stadt Kassel hatte das Wirken der Kleingärtner zuletzt beim Neujahrsempfang 2020 besonders gewürdigt und den Stadt- und Kreisverband als „Öko-Baumeister“ ausgezeichnet. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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