KVG bestellt weitere vier Trams: 22 neue Züge für 55 Millionen Euro

So sehen sie aus: Eine Straßenbahn der neuen Baureihe fährt auf der Friedrich-Ebert-Straße - das ist allerdings noch der Probebetrieb. Gebaut werden die Trams in Bautzen. Foto: nh

Kassel. Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) greift noch tiefer in die Tasche, um ihren Fahrzeugbestand zu modernisieren: Sie hat vier weitere neue Straßenbahnen im Gesamtwert von zehn Millionen Euro bestellt. Bis zum Jahr 2013 sollen dann insgesamt 22 neue Niederflur-Bahnen durch Kassel rollen.

Die KVG gibt dafür 55 Millionen Euro aus. Mit dem Hersteller-Konsortium Bombardier / Vossloh /Kiepe hatte man für die bislang bestellten Trams einen Stückpreis von 2,5 Millionen Euro vereinbart. Bis Ende dieses Monats läuft eine Option zum Kauf weiterer Straßenbahnen zu diesem Preis - quasi eine Art Mengenrabatt.

Reparaturkosten senken

Mit den neuen Straßenbahnen will die KVG die Instandhaltungskosten für den Fuhrpark verringern und neue Fahrgäste gewinnen. Damit würde ein Trend fortgesetzt: 2010 hat das Unternehmen 27,5 Millionen Euro beim Ticketverkauf verdient und damit 900 000 Euro mehr als 2009. Trotzdem blieb 2010 unter dem Strich ein Verlust von 14,3 Millionen Euro. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

„Eine moderne Tramflotte bedeutet mehr Komfort für unsere Fahrgäste und einen niedrigeren Aufwand für Reparaturen und Instandhaltung für unser Unternehmen“, sagte KVG-Vorstandschef Andreas Helbig. Die 25 Bahnen der ersten Niederflur-Generation aus den Baujahren 1991 und 1994 werden ab 2016 die Grenze ihrer Nutzungsdauer erreichen - dann werden weitere Investitionen notwendig. Die 55 Millionen Euro für die jetzt bestellten Trams werden über Kredite finanziert, es gibt keine Förderung.

Hohe Kostendeckung

Andreas Helbig verwies im vergangenen Jahr darauf, dass sich das Millionen-Defizit in den zurückliegenden 15 Jahren trotz enormer Kostensteigerungen nicht weiter verschlechtert habe. Mit einem Kostendeckungsgrad von knapp 90 Prozent stehe die KVG sehr gut da. Der Deckungsgrad beim NVV liegt bei etwa 35 Prozent, der Bundesschnitt im öffentlichen Verkehr liegt bei 25 Prozent.

Von Uli Hagemeier

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