Die MHK hat in der Rokokosiedlung Mulang ein Gebäude saniert, das man als Gästehaus mieten kann

Nachtquartier im Hirtenhäuschen

Hat sich einen Traum verwirklicht: Pächterin Antje Peters betreibt das kleine Gästehaus und hat als Innenarchitektin auch für die Einrichtung gesorgt. Fotos:  Koch

Kassel. Mehr als ein Jahrzehnt hatte das winzige Häuschen an der Mulangstraße 6 leer gestanden. Nun hat die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) den denkmalgeschützten Bau sanieren lassen und betreibt ihn seit ein paar Monaten als Gästehaus, das jedermann mieten kann. Bisherige Nutzer sind begeistert: „So schön war Kassel noch nie“, schrieb ein Paar aus Köln ins Gästebuch.

Wer den Bergpark liebt und auf Standard-Hotelkomfort verzichten kann, findet in dem einstigen Hirtenhaus des Parkdörfchens Mulang aus der Rokokozeit eine außergewöhnlich atmosphärische Unterkunft vor. Dafür sorgt auch die gestalterische Hand von Antje Peters. Die Innenarchitektin hat das Häuschen von der MHK gepachtet, wohnt um die Ecke und kümmert sich gemeinsam mit ihrem Mann Ralph Rühlig um die Gäste.

„Wir waren schon seit Jahren in das Häuschen verliebt“, erzählt Antje Peters, von der auch die schlichte, aber stilvolle Einrichtung stammt. Von der anfänglichen „Spinnerei“, ein Gästehaus zu schaffen, habe sich schließlich MHK-Chef Prof. Bernd Küster überzeugen lassen. Inzwischen bringe die Landesinstitution dort auch die meisten ihrer eigenen Gäste unter – „ganz nahe am Bereich für die Welterbe-Bewerbung“, sagt Christoph Klein von der MHK.

Direktzugang zum Bergpark

Von dem Häuschen hat man praktisch direkten Zugang ins Parkgelände. Im Inneren, hinter den Sprossenfenstern mit ihren hölzernen Klappläden, gibt es auf 33 Quadratmetern ein Schlafzimmer, ein Bad mit Wanne und einen Wohnraum, der in einem Kastenmöbel auch eine kleine Kücheninsel birgt. Unter dem Eichenparkett arbeitet eine Fußbodenheizung, es gibt auch kabelgebundenes Internet und ein TV-Gerät. „Aber wer hier wohnt“, sagt Antje Peters, „der will ja vor allem seine Ruhe haben.“

Deshalb wird das Frühstück auch diskret angeliefert. Antje Peters stellt es morgens im hölzernen Gartenhaus bereit und durchquert dabei das hübsche Grundstück mit Küchenkräutern, Rosenstöcken und einem Apfelbaum. „Wir haben hier auch schon mal ein Zelt aufgestellt, als ein Ehepaar Kinder mitbrachte“, erzählt Antje Peters. Denn im Inneren ist lediglich Platz für zwei.

Platz ist aber für viele Bücher und Broschüren, die den Gästen die Schönheiten Kassels und vor allem des Bergparks nahebringen. In ihrer neuen Rolle als Gastgeberin setzt Antje Peters viele Ideen um, damit das ungewöhnliche Besucherquartier bekannt wird. Sie steckt Kärtchen an Autos rund um den Park, neuerdings schaltet sie sogar Kinowerbung. Dass im Haus jedes Detail in Ordnung ist, dafür sorgt sie persönlich. Antje Peters sieht das aber nicht nur als Arbeit, sondern ebenso als Liebhaberei und Verwirklichung eines Herzenswunsches: „Dass die Idee wahr geworden ist, ist unsere schönste Belohnung.“

www.mulang-no6-Kassel.de

Von Axel Schwarz

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