An Uni-Standorten in Kassel reichen Kapazitäten der KVG nicht mehr aus

Nahverkehr als Problem

Gedränge an der Haltestelle: Am Holländischen Platz steigen täglich mehr als 12 000 Studierende und Mitarbeiter der Kasseler Uni aus und später wieder ein in Busse und Trams. Archivfoto: Herzog

Kassel. Erfolg schafft manchmal auch Probleme. Kassels erfolgreiche Hochschule hat inzwischen annähernd 22 000 Studierende. Mit der Zahl der Studenten steigt auch die Zahl der Uni-Mitarbeiter. Mehr als 12 000 Menschen fahren täglich mit der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) zum zentralen Campus am Holländischen Platz und wieder zurück. Busse, Trams und Haltestellen sind oft hoffnungslos überfüllt. „Wir müssen das Mobilitätsproblem lösen“, appelliert Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep an KVG, Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker.

Der Präsident rechnet mit einem steigenden Problemdruck. „Wir werden eher noch mehr werden“, sagt er zur Entwicklung der Studenten- und Mitarbeiterzahlen. Im Hinblick auf den Nahverkehr geht es nicht allein um den Holländischen Platz. „Wir müssen täglich 25 000 bis 26 000 Menschen durch die Stadt transportieren“, erklärt Professor Postlep. Große Uni-Standorte gibt es auch in Oberzwehren (AVZ) sowie an der Wilhelmshöher Allee (Ingenieurschule). Auch zur Kunsthochschule an der Menzelstraße, zum Sport-Schwerpunkt an der Damaschkestraße und zur Murhardschen Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz sind viele Studenten und Arbeitskräfte unterwegs. Deshalb müssten die Nahverkehrsverbindungen zwischen den Uni-Standorten dringend verbessert werden, fordert Postlep: „Wir wollen ja nicht, dass alle mit dem Auto kommen.“

Fast 70 Prozent der Studierenden kommen derzeit mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Uni, 41 Prozent der Beschäftigten fahren mit Bus und Tram zum Arbeitsplatz. Das soll aus der Sicht der Uni auch so bleiben. Deshalb wird auf Verbesserungen im Nahverkehr gedrängt. „Der Takt muss besser werden, und zwar den ganzen Tag über“, fordert Postlep. „Das sollte kurzfristig möglich sein.“ Mittelfristig führt aus der Sicht der Uni kein Weg an der Verlegung der Haltestelle Holländischer Platz etwa 200 Meter weiter stadtauswärts an den Bereich Henschelstraße vorbei. Dann müssten die Studierenden nicht mehr die mehrspurige Königs- sowie die Kurt-Wolters-Straße überqueren, um auf den Campus zu gelangen.

Die Hochschulleitung sieht freilich nicht allein die KVG gefordert. Der Präsident schätzt das Fahrradverleihsystem Konrad als einen wichtigen Beitrag für studentische Mobilität. Konrad müsse als Teil des öffentlichen Nahverkehrs betrachtet werden, sagt Postlep. Folglich seien auch weitere Zuschüsse der Stadt nötig, um den Radverleih zu erhalten.

Wohnen am Campus

Von der Stadtverwaltung wird mehr Unterstützung bei der Entwicklung studentischer Wohnquartiere rund um den Campus am Holländischen Platz erwartet. Wenn mehr Studenten nahe am Campus wohnen könnten, entschärfe sich das Transportproblem. Dabei sei auch die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel gefragt.

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Von Jörg Steinbach

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