Holger Börners Enkelin Kaja zieht in die Stadtverordnetenversammlung ein

Künftig im Rathaus: Kaja Börner vertritt die SPD in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Archivfoto: privat

Kassel. Auf ihren Großvater wird Kaja Börner häufiger angesprochen. Ein Problem ist das nicht für sie. Schließlich ist Holger Börner als früherer Ministerpräsident eine Ikone der Sozialdemokratie in Nordhessen.

Dass sie sofort mit ihrem Großvater in Verbindung gebracht wird, „ist schmeichelhaft“, sagt die 24-Jährige. „Andererseits ist es so, dass meine Persönlichkeit verloren gehen kann.“

Bei der Kommunalwahl ist Kaja Börner in die Kasseler Stadtverordnetenversammlung kumuliert und panaschiert worden. Damit hatte sie vorher nicht gerechnet. Relativ weit hinten auf Platz 34 stand sie auf der SPD-Liste. Aber sie schob sich bis auf Platz 18 vor. Über die Gründe für ihren Erfolg macht sie sich keine Illusionen: „Ich denke, dass der Name eine große Rolle gespielt hat.“

Auf die neue Aufgabe freut sich Kaja Börner. Aber sie habe Respekt vor der Erfahrung der älteren Politiker-Generation, sagt sie. In der Stadtverordnetenversammlung ist sie die Jüngste. Mit ihr bringt die scheidende Juso-Vorsitzende Sabine Wurst frischen Wind in die SPD-Fraktion, sie ist eineinhalb Jahre älter als Kaja Börner.

Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit soll Jugend- und Bildungspolitik werden. Dazu gehört für sie, Szenekneipen wie Lolita-Bar und Joe’s Garage zu erhalten. In einer Stadt wie Kassel seien solche Orte wichtig für junge Menschen.

Voll durchstarten kann sie in ihr neues Amt erst Ende des Jahres. Bis dahin ist Kaja Börner damit beschäftigt, ihr Sonderschulpädagogik-Studium an der Uni Köln erfolgreich abzuschließen. Weil nur noch ein paar Prüfungen anstehen, verbringt sie die meiste Zeit in Kassel. Danach hofft sie, schnell einen Referendariatsplatz an einer Förderschule zu finden. „Es war immer klar, dass ich nach Kassel zurückkomme“, sagt Kaja Börner. Nach Köln sei sie nur zum Studieren gegangen. „Ich musste erst wegziehen, um festzustellen, wie schön Kassel ist.“

„Ich will Leute durch mein Handeln für die Dinge interessieren.“

Kaja Börner

In der SPD ist sie seit 2008. Ein Grund einzutreten, sei sicher ihr Opa gewesen. „Er hat immer gesagt: Wer keine Politik macht, mit dem wird sie gemacht.“ Aber auch das Engagement ihrer Mutter habe sie motiviert. Mit ihr sitzt sie künftig auch im Ortsbeirat Wolfsanger / Hasenhecke.

Wohin ihr politischer Weg führen soll? „Ziele für mich zu formulieren, finde ich schwierig“, sagt Kaja Börner. „Ich will Leute durch mein Handeln für die Dinge interessieren.“ Deswegen müsse aber keiner ihrer Freunde fürchten, von ihr missioniert zu werden.

Was der Politik und auch der SPD aus ihrer Sicht ein wenig fehlt, sei das Charisma, das auch ihrem Opa nachgesagt wird. „Oft werden in Parteien Dinge nicht offen ausgesprochen“, sagt Kaja Börner. „Es braucht aber jemanden, der Tatsachen deutlich ausspricht.“

Von Claas Michaelis

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