Narren regieren das Kasseler Rathaus - 1000 Menschen sahen Amtsübernahme

Maskenball der „M-Einser“: Mit dabei waren Angelika Wohlrab (von links), Anna Rudloff und Renate Bernhardt.

Kassel. „Wir wollen rein", riefen Kassels Narren auf den unteren Stufen der Rathaustreppe. Gegen 12.40 Uhr durchbrachen sie am Samstag die Papiermauer, die Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) und seinen Amtssitz vor der Erstürmung schützen sollte.

Auch beim 55. Karnevalsumzug der Gemeinschaft der Kasseler Karnevalsgesellschaften (GKK) gelang die Verteidigung nicht.

Bis Aschermittwoch regieren nun Prinz Detlef I. und Prinzessin Bettina (mit bürgerlichem Namen Wicke) als Kasseler Prinzenpaar die Stadt - und das unter dem Motto: „Frohsinn verbreitet die GKK bereits seit 55 Jahr“. „Feiert schön, aber lasst die Klamotten an“, rief GKK-Präsident Patrick Hartmann den rund 1000 Menschen auf dem Rathausplatz kurz vor der Erstürmung zu.

Die rund 30 Teilnehmer des Karnevalsumzuges, bestehend aus Fußgruppen, Spielmannszügen und Themenwagen, zogen vom Fridericianum durch die Obere Königsstraße zum Rathaus. Sie hatten sich bei ihren Verkleidungen wieder viel Mühe gemacht.

„Wir arbeiten eigentlich das ganze Jahr an unseren Kostümen“, sagte Angelika Wohlrab von der Rothenditmolder Karnevalsgesellschaft „M-Einser“. Ihr Motto war in diesem Jahr der Maskenball. „Wir haben einen riesigen Fundus an Kostümen. Wenn uns etwas fehlt, schneidern wir das uns einfach selbst“, sagte Wohlrab. Schon als Kind war sie bei den „M-Einsern“ dabei. Mit der Resonanz und der Zahl der Menschen auf der Straße ist sie zufrieden. „Das war gut“, sagt Wohlrab. Auch weil das Wetter mitspielte. In den kommenden Tagen wollen die Frauen der M-Einser weiterfeiern. Als Programmpunkt stand am Sonntagabend für sie noch ein Auftritt bei der närrischen Stadtverordnetensitzung im Rathaus an.

„Feiert schön, aber lasst die Klamotten an“

Neben dem Festwagen des Prinzenpaares, der Karnevalsgesellschaft der „Pääreschwänze“ und vielen anderen Vereinen waren auch Gäste aus anderen Städten und Gemeinden dabei, wie beispielsweise der Spielmanns- und Fanfarenzug aus Witzenhausen. „Was wollt ihr in Köln und Mainz? Wir können doch in Kassel feiern“, rief GKK-Präsident Hartmann.

Laut Hartmann haben sich am Samstag sieben Paare das Jawort gegeben. Die närrische Zeit sei sicher eine gute Voraussetzung für eine funktionierende Ehe, sagte der GKK-Präsident.

Zum Sessionsausklang lädt die GKK für Dienstag, 4. März, ab 20.11 Uhr in den Bürgersaal des Rathauses ein. Auf dem Programm stehen Tanz, Gesang und Büttenreden.

Um 24 Uhr wird der Karneval traditionell mit einer Trauerrede beendet, bis er am 11.11.2014 mit der Proklamation des neuen Prinzenpaares erneut zum Leben erweckt wird.

Bilder des närrischen Treibens

Karnevalsumzug und Erstürmung des Rathauses

Von Max Holscher

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