Witzenhäuser Studentin stellt Bio-Kosmetik aus heimischen Pflanzen her

Witzenhausen. Mit ihrer Idee, Naturkosmetik aus heimischen Pflanzen herzustellen, hat Sylvie Müller viele überzeugt: Sie ist die erste, die auf der neuen Crowdfunding-Plattform der Uni Kassel das Startkapital für ihr Projekt zusammenbekommen hat.

3500 Euro haben Unterstützer gespendet, damit die Studentin ihre kleine Manufaktur für Seifen, Cremes und Co. ausbauen kann.

„Mit dem Geld werde ich jetzt alle Produkte lizenzieren lassen und weiter verbessern“, sagt die 29-Jährige, die in Witzenhausen Ökologische Agrarwisenschaften studiert. Außerdem werde sie die Markenrechte sichern und einen Online-Shop eröffnen. „Dann kann ich offiziell verkaufen und zusammen mit meinen Kunden der Großindustrie den Rücken kehren“, sagt Müller.

Am Anfang ihrer Geschäftsidee stand der eigene Wunsch, Kosmetikprodukte auf ökologisch und sozial verantwortungsvolle Weise herzustellen. „Wenn ich mir die Rückseiten von Shampooflaschen und Cremetiegeln durchgelesen habe, dachte ich immer: Was da wirklich drin ist, weiß doch kein Mensch“, erzählt Sylvie Müller. Sie wollte Kosmetika nutzen, die frei von Chemie sind und vor allem von ökologisch bedenklichen Zusatzstoffen wie Palmöl. Für die riesigen Ölpalmen-Plantagen wird in den Tropen der Regenwald abgeholzt.

Also begann die Studentin selbst mit der Herstellung umweltfreundlicher und verträglicher Kosmetika – anfangs nur für den Eigenbedarf. Angeleitet von einem Buch, kaufte sie zunächst die gängigsten Zutaten wie Lanolin, destilliertes Wasser und Pflanzenbutter und legte los. Da sie immer schon verschiedene Kräuter wie Pfefferminze oder Zitronenmelisse für Tees oder als Koch-Zutat angebaut hatte, setzte sie auch diese bei der Herstellung ihrer Kosmetika ein. „Dabei habe ich festgestellt, dass das wunderbar funktioniert und die verschiedenen heimischen Kräuter auch noch positive Eigenschaften haben“, sagt die 29-Jährige.

So habe beispielsweise Ringelblume, die Müller für einen Lippenbalsam einsetzt, eine heilende Wirkung. Der Griff zu Aloe Vera und anderen exotischen Pflanzen sei überflüssig, sagt die Studentin: Wirkstoffe für Kosmetik seien auch bei uns auf Wiesen, in Gärten und Wäldern zu finden.

Schnell gab es Interesse aus dem Freundes- und Bekanntenkreis an Müllers Seifen, Bodylotions und Gesichtscremes. Inzwischen hat sie eine kleine Manufaktur. „Meine Naturkosmetik wird aus Pflanzen hergestellt, die unter ökologischen Bedingungen in einer anspruchsvollen Fruchtfolge angebaut werden.“ Und zwar im eigenen Garten. Auch Ernte, Trocknung und die Weiterverarbeitung der Pflanzen zu Kosmetik erfolgt von Hand – und mit viel Liebe, wie man Müller anmerkt. www.bio-bellis-naturkosmetik.de

Von Per Schröter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.