Mieterbund rät: Betriebskosten sollten genau geprüft werden

Nebenkosten: Jede zweite Abrechnung ist falsch

Kassel. Jede zweite Abrechnung der Betriebs- und Nebenkosten von Mietwohnungen ist falsch. Das ist das Ergebnis von Überprüfungen der Abrechnungen durch den Mieterbund Nordhessen.

„Betriebskosten sind und bleiben Rechtsberatungsthema Nummer eins auch in Nordhessen“, sagt Mieterbund-Geschäftsführer Ingo Groß.

 Im Jahr 2010 gab es ein Rekordergebnis an Beratungen in Nordhessen: 13 350-mal suchten Mieter bei den 14 Rechtsanwälten des Vereins Rat und Hilfe. In jedem dritten Fall ging es um die Nebenkosten. Dabei wurden in der Hälfte der Abrechnungen Fehler entdeckt, die Mieter teuer zu stehen kommen. „Das ist erschreckend“, sagt Groß.

Dabei bekommt der Mieterbund vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs zu sehen. Viele Mieter schauen nämlich gar nicht genau hin, wenn die Abrechnung kommt. Und verschenken damit möglicherweise bares Geld.

Nur die Hälfte der Deutschen prüft nach einer Umfrage von Immowelt.de, dem größten deutschen Internet-Marktplatz für Immobilien, die Abrechnung im Detail. 17 Prozent überfliegen nur einzelne Punkte, 16 Prozent schauen lediglich auf den Endbetrag und 15 Prozent hoffen einfach, dass alles in Ordnung ist.

„Bei der Betriebskostenabrechnung gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, rät Groß. Durchschnittlich zahlen Mieterhaushalte zwischen 1800 und 2400 Euro jährlich an Betriebskosten. Fehler in der Abrechnung können also teuer bezahlt werden, mahnt der Mieterbund.

Der Haus- und Grundeigentümerverband Kassel sieht die Nebenkosten als „komplexes und sehr schwieriges Thema“, sagt Vorsitzender Wolfram Kieselbach. Dabei „passieren leicht mal Fehler“, und es stecke nicht immer böser Wille dahinter. Für beide Seiten gelte: „Alle müssen sich kundig machen und genau hinschauen.“

Von Jörg Steinbach

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