Organisatoren von Open-Air-Veranstaltungen ziehen negative Saison-Bilanz

Negative Saison-Bilanz bei Open-Air-Veranstaltungen: „Sommer war ein Flop“

Leere Ränge am Teich: Im Pak Schönfeld ist die Sommersaison des Brüder-Grimm-Festivals zuende gegangen. Foto: Koch

Kassel. Was für eine verregnete Open-Air-Saison: Die Organisatoren von Veranstaltungen unter freiem Himmel ziehen nach drei Sommermonaten Bilanz. „Der Sommer war ein totaler Flop“, sagt Frank Thöner vom Filmladen-Team, das seit über 20 Jahren das Open-Air-Kino ausrichtet.

Ersatzlos ausfallen musste beispielsweise das große HNA-Open-Air-Konzert mit dem Kasseler Staatsorchester, das im Juli stattfinden sollte. Die Veranstaltung konnte in der von Regen durchweichten Karlsaue nicht stattfinden.

„Ich kann mich an keine Saison mit so anhaltendem kalten und regnerischen Wetter erinnern“, sagt Thöner. Trotzdem haben man jeden Abend Filmvorführungen gehabt und im Hof des dock 4 saßen die treuen Stammgäste: „unter Regenschirmen oder in dicke Motorradklamotten eingepackt“. Auf den Filmladen komme jetzt eine schwierig finanzielle Situation zu, da man durch die neu angeschaffte Digitaltechnik große Investitionen geleistet habe. „Die konnten wir leider nicht einspielen.“ Doch die Open-Air-Kino-Saison ist ja noch nicht vorbei. Sie endet nach 63 Abenden am 6. September. Nächste Woche stehen noch einmal Kassenschlager wie der Tarantino-Film „Django unchained“ auf dem Programm.

Wie bereits in vergangenen Jahren verteilen die Veranstalter des Open-Air-Kinos auch in diesem Jahr bei Bedarf warme Decken – auf unserem Archivfoto ist Ellen Witzel zu sehen. Archivfoto: Malmus/nh

Von miesem Wetter und treuen Gästen berichtet auch Julia Wagner vom Brüder-Grimm-Festival, das jetzt zuende gegangen ist: „Wir waren fast ausverkauft.“ Das Publikum sei wetterfest gekleidet gewesen. Nur zwei der 34 Vorstellungen mussten wegen Dauerregens vorzeitig abgebrochen werden. Man rechne nicht mit finanzielle Einbußen. Die Hauptprobleme, mit denen das Festival zu kämpfen hatte, seien vor allem die matschigen Wege im Park Schönfeld und die nassen Kostüme der Darsteller gewesen.

Durchgespielt und ans Publikum Regenponchos verteilt hat auch das Staatstheater mit seiner Open-Air-Produktion Ur-Faust an der Löwenburg. „Wir standen im ständigen Kontakt mit dem Wetterdienst“, sagt Personalleiterin Sandra Bock. Einmal habe man die Vorstellung kurz vor Schluss abbrechen müssen.

Viele andere Outdoor-Aktivitäten mussten in den zurückliegenden Wochen ebenfalls leiden. „Es war eine schlechte Saison für Biergärten“, sagt Heike Antes von der Gaststätte Wolpertinger an der Hafenstraße. So eine extrem schlechte Saison habe man seit Jahren nicht gehabt. Zum Glück fühlten sich die Gäste bei ihnen auch drinnen wohl, aber im Biergarten zu sitzen sei einfach ein anderes Feeling. „Vielleicht kommen ja noch ein paar schöne Abende im September.“ (chr)

Was die Bau-Branche zum verregneten Sommer sagt, lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe.

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